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Flensburger Tageblatt

22. Oktober 2017 | 14:59 Uhr

„Wo kriegen wir Geld her?“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Waldmuseum in Glücksburg braucht Unterstützung / Organisationen wollen nur für neue Projekte, nicht für laufende Kosten zahlen

shz.de von
erstellt am 18.Mär.2015 | 12:41 Uhr

„In unserem Haushalt klafft ein kräftiges Loch“, sagte Hans Knöll-Fuglsang. Der Vorsitzende des Trägervereins Waldmuseum Glücksburg erklärte den elf (von 20) Mitgliedern während der Jahresversammlung, warum es um das Museum an der Holnisstraße 2 schlecht bestellt ist: Es habe in letzter Zeit keine Zuschüsse und Spenden mehr gegeben. Alle Stiftungen, Unternehmen oder Vereine, die er um Mittel gebeten habe, hätten dieselbe Antwort gegeben: Wenn der Verein etwas Neues machte, würde er sofort Geld bekommen. Doch für die Unterhaltung des Museums gebe es nichts.

Beispielhaft bei einer Stiftung nachgefragt, erklärt Ramona Pechau, die Stiftungsmanagerin der Nord-Ostsee-Sparkasse, unserer Zeitung: „Stiftungen dürfen ihrer Satzung entsprechend gemeinnützige Vorhaben fördern. Miete oder Betriebskosten gehören bei uns nicht dazu.“ Die überregionale Diskussion im Stiftungswesen nimmt Katrin Kowark zufolge eine andere Richtung. Die Pressesprecherin vom Bundesverband Deutscher Stiftungen in Berlin bestätigt eine „Tendenz zu Projekt- und Innovationsförderung“. Doch derzeit werde die Erkenntnis diskutiert, dass es nachhaltiger wäre, Strukturen zu unterstützen. Ausschlaggebend sei stets die jeweilige Stiftungssatzung.

„Wo kriegen wir also Geld her?“, fragte Knöll-Fuglsang die Kaffee-Runde bei selbstgebackenem Kuchen. Man könne doch Herrn Fielmann fragen, sagte ein Mitglied spontan. Eine Benefizveranstaltung wie ein Konzert mit Bewirtung, bei dem um Spenden gebeten wird, entpuppte sich als die vielversprechendere Lösung. Wobei das für die Aktiven ja ein zusätzlicher Aufwand sei, gab der Vorsitzende zu bedenken. Das aktive Mitglied Regina Rohland bedachte der Verein mit einem großen Blumenstrauß. Rohland hatte 22 Mal Aufsicht geführt und die Öffentlichkeitsarbeit übernommen.

Im Museum ist seit 2014 die Schmetterlingssammlung des Großvaters von Knöll-Fuglsang, Hermann Rubach, zu bewundern. Neu im Bestand sind Insektenbilder von Rainer Niss (Nabu Twedter Feld), Präparate aus dem früheren Vogelmuseum Dörphof und eines Jägers, der dem Haus Rebhuhn, Maulwurf, Junghase, Waldschnepfe und einen Bussard-Adler überließ. Das Museum führt in die Tier- und Pflanzenwelt der Umgebung ein. Der Besuch kostet keinen Eintritt.

Von April bis Oktober Sonnabend und Sonntag von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Gruppen sind willkommen. Tel. 04631-2973, 409497. www.gluecksburg.de

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