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Teure Strandkörbe : Wo Glücksburg teurer als Sylt ist

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Besucherin Christel Jensen ist erbost über den Zustand der Strandkörbe in der Fördestadt – und beklagt die hohen Leihgebühren.

Glücksburg | Christel Jensen, 72, aus Harrislee wollte mit ihrem Mann einen schönen Tag am Strand verbringen und fuhr nach Glücksburg-Sandwig. Was sie dort erlebte, verärgerte sie so sehr, dass sie sich mit einem Brief an unsere Zeitung wandte. Die laute Baustelle des Intermar im Rücken, hohe Preise und ein kaputter Strandkorb sind ihre Eindrücke vom Glücksburger Kurstrand. Sie will nicht wiederkommen.

2,60 Euro Eintritt pro Kopf für den Strand mochte für die Jensens noch angehen, aber 13 Euro für den Strandkorb zuzüglich fünf Euro Pfand für den Schlüssel? „Man gut, wir hatten mehr als 20 Euro eingesteckt“, schreibt Christel Jensen. 13 Euro Strandkorbmiete pro Tag – so viel zahlt man in der Tat nicht einmal auf Sylt. Kampen, als teuerstes Pflaster verlangt in der Hochsaison zwölf Euro. In Westerland zahlt man nur neun Euro – dazu stattliche 3,50 Euro für den Strandzutritt. So liegt man immer noch gut drei Euro unter Glücksburg. Auf Föhr und Amrum hat Christel Jensen sogar nur sieben Euro für den Strandkorb bezahlt. Hinzu kam, dass der Glücksburger Strandkorb völlig kaputt war. Christel Jensen zeigt uns die Nummer 74: ein durchhängendes Dach, morsches, bröselndes Holz, spitze Nägel, lose Verkleidungen.

Für die Strandkörbe ist das benachbarte Strandhotel zuständig. Christel Jensen beschwerte sich seinerzeit beim Strandkorbvermieter. Der ermunterte sie zu dem Beschwerdebrief. „Machen Sie das!“, hat er gemäß Christel Jensen gesagt. „Wir achten eigentlich auf den Zustand der Körbe. In diesem Jahr haben wir von den 115 Stück 15 ausgetauscht“, sagt Hoteldirektor Rainer Malchus auf Nachfrage unserer Zeitung. Doch es gebe Vandalismus. „Es gibt Leute, die abends am Strand feiern und auf den Körben hüpfen oder sie umschmeißen.“ Möglicherweise hatten die Jensens ein solches Exemplar erwischt. Wenig Verständnis zeigt Malchus jedoch für die Reaktion von Christel Jensen. Statt sich an die Öffentlichkeit zu wenden, hätte sie zu ihm kommen sollen, findet er. Nach Rücksprache mit dem zuständigen Mitarbeiter entschuldigt er sich und lädt das Ehepaar zu einem weiteren Strandbesuch nach Glücksburg ein, um von der generellen Qualität der Körbe zu überzeugen. Ob sie auf das Angebot eingehen wird, weiß Christel Jensen noch nicht.

Jan Festersen, zuständig für den Strand in Holnis, rechtfertigt die Glücksburger Strandkorbpreise. Auch bei ihm kosten sie 13 Euro am Tag. „Wir haben uns damals abgestimmt. So ein Korb kostet neu um 800 Euro. Das müssen wir irgendwann wieder raus haben.“ Ehepaar Jensen fährt künftig nach Kollund an den Strand und nimmt eigene Stühle mit. Vielleicht unwichtig für die Glücksburger Strandbetreiber. Für uns interessant genug, um das Glücksburger Preis-Leistungsverhältnis aufzugreifen. Glücksburg teurer als Sylt – das ist schon erstaunlich.

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