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Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 04:13 Uhr

Stoltebüll : Wo einst die Wikinger tagten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Thingplatz in Stoltebüll soll Schauplatz der ZDF-Dokumentation „Terra X“ werden.

Stoltebüll | Einmal im Jahr Sitzung der Gemeindevertretung auf dem Thingplatz: Das hat in Stoltebüll Tradition. Da versammeln sich die gewählten Vertreter auf dem Adlerberg, dort, wo einst die Altvorderen Recht sprachen. Nachdem die damalige Gemeindevertretung 2003 beschlossen hatte, dass der Thingplatz wieder entstehen soll, wurde er gebaut und „Gulything“ 2004 eingeweiht. Seitdem lockt diese Anhöhe Einheimische und Urlauber gleichermaßen an – und nun hat auch das Fernsehen diesen Thingplatz für sich entdeckt.

Während der Outdoor-Sitzung berichtete Gemeindevertreterin Karen Tüxen von einer „Location-Suche“ des ZDF. Da ist die Rede von einer 90-minütigen Musiksendung aus Schleswig-Holstein, in deren Mittelpunkt Stoltebülls Thingplatz stehen soll. Gastgeberin dabei ist die Sängerin Oonagh, die ihre Freunde von der Gruppe Santiano treffen will – mit Musik und Moderation. Gedreht wird Anfang und Ende August. Wann die Musiksendung ausgestrahlt wird, steht noch nicht fest. Wie ein Zuhörer der Sitzung erzählte, traf er unlängst im Dorf einen Mann, der den Thingplatz suchte. Warum? Er sei vom ZDF und plane, im nächsten Jahr hier für die Dokumentations-Reihe „Terra X“ zu drehen – eine Sendung, die immer sonntags ab 19.30 Uhr zu sehen ist.


Das Telefonnetz ist marode


Doch nicht nur das Fernsehen war Thema der Sitzung. Bürgermeister Hans-Jürgen Schwager berichtete, was es Neues in der Gemeinde gibt. Seinen Worten zufolge wurde an der Grenze zwischen Stoltebüll und Vogelsangholz die verstopfte Drainage auf Vordermann gebracht. Das war insofern nicht ganz einfach, weil hier diverse Leitungen liegen und man äußerst vorsichtig zu Werk gehen musste. „Der Bürgermeister hilft“ – unter dieser Überschrift stand eine Schwager-Aktion, nachdem sich bei ihm Kinder beschwert hatten, dass sie Probleme mit dem Fahrradständer am Bäckerberg hätten. Also griff der Bürgermeister zum Spaten, buddelte einen Mast aus und versetzte ihn um einen Meter.

Was Schwager und mit ihm etliche Bürger immer wieder ärgert, sind die Ausfälle im Telefonnetz, wie es wieder einmal der Fall ist. „Das Netz ist marode“, konstatierte der Bürgermeister und fügte hinzu, dass es etliche Funklöcher gebe, sodass auch mit Handys nur bedingt Kontakt zur Außenwelt herzustellen sei. „Das muss sich ändern“, betonte Schwager und setzt große Hoffnungen auf den Breitband-Ausbau, mit dem voraussichtlich im kommenden Jahr begonnen wird.


Fahrbücherei bleibt erhalten


Zu den Beschlüssen der Gemeindevertretung gehörte, für die im Ortsteil Wittkiel westlich der Straße „Am Wald“ an der Landesstraße 21 gelegenen Flächen eine Ergänzungssatzung auf den Weg zu bringen. Planungsziel ist, durch die Ausweisung von drei Baugrundstücken die Ortslage von Wittkiel baulich abzurunden. Zustimmung gab es für den neuen Vertrag mit dem Büchereiverein Schleswig-Holstein und damit eine Zukunft für die Fahrbücherei. Wenn sich auch der Pro-Kopf-Beitrag von bisher 2,73 auf 2,80 Euro erhöht, ist den Gemeindevertretern dieser Service für ihre Bürger wichtig.

Eine längere Diskussion brandete auf, als es um den öffentlich-rechtlichen Vertrag zwecks Gründung des Zweckverbandes „Interkommunales Gewerbegebiet Nordschwansen“ ging. Eine solche Diskussion grundsätzlicher Art hatte es bereits vor geraumer Zeit gegeben, als in der Gemeindevertretung darüber beraten wurde, ob Stoltebüll diesem Verband beitreten solle. Diese Diskussion wiederholte sich nun. Heiner Nissen wehrte sich dagegen, dass mit diesem Verband jegliches Unternehmertum in der Gemeinde eingefroren werde und zum Erliegen komme. Dieser Auffassung schlossen sich Sönke Thiesen und Antje Messer an. Alle drei stimmten gegen den Vertrag und damit die anstehende Verbandsgründung.



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