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Schleichwege : Wo die Südstadt am grünsten ist

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Valentiner Allee, Kockeschünegang und der offene Garten Rude: Hinter dem Bahnhof ist das Naturerlebnis erstaunlich nah

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Viele Wege führen in die Flensburger Innenstadt. Doch welche wählen Fußgänger und Radfahrer, wenn sie dorthin gelangen wollen? Die Tageblatt-Redaktion hat sich auf die Suche gemacht und einige Verbindungen ausprobiert. Heute: Durch die Valentiner Allee und den Kockeschünegang zum Bahnhof.

Die Valentiner Allee – mit Auto, Bus oder Fahrrad ist das der Weg zur Waldorfschule oder zur Bundespolizei im hinteren Trakt des früheren Fernmeldeamts. Für Fußgänger allerdings beginnt dort, wo die Straße endet, eine unerwartet grüne, idyllische Verbindung zum Bahnhof. Es ist die alte Valentiner Allee, der Rest des im 19. Jahrhundert angelegten Promenadenweges um den großen Mühlenteich. Die Erben der Flensburger Kaufmannsfamilie Valentiner gaben in den 1880er Jahren den Anstoß, das Geld und den Namen für den als Ulmenallee angelegten Weg.

Start dieser nicht einmal einen Kilometer langen, spektakulären Innenstadtverbindung ist ein Aussichtspunkt am Ende der Sackgasse. Er findet sich rechts hinter der Turnhalle mit der kleinen Ladenzeile der Schule. Wer dort mit John Krieger und Jürgen-Uwe Maasheimer vom Rude-Forum auf die Stadt herab und hinüber zum Sandberg blickt, erfährt nicht nur, wie Rude-Forum, Verschönerungsverein und Waldorfschule sich für diese kleine Wegeverbindung engagiert haben. Maasheimer erinnert auch daran, dass es genau hier einmal die Planung für eine große Autobrücke rüber zum Munketoft und zur Kanzleistraße gab. Geblieben davon ist immerhin die Idee, hier eine schmale Brücke für Fußgänger und Radfahrer über das Güterbahnhofstal zu bauen. „Es gibt aber keine Detailplanung“, relativiert Maasheimer.

Von hier führt der Weg links hinab ins Tal, auf der rechten Seite liegen entlang des Weges sieben oder acht Kleingärten, die die Deutsche Bahn verwaltet. Wie viele davon aktiv betrieben werden, ist allerdings unklar. Diese Kleingärten gehören zu den ältesten überhaupt. Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts schuf Arbeitgeber Eisenbahn neben Siedlungen und Sportplätzen auch Kleingärten für die Selbstversorgung der Mitarbeiter. Doch lange sind die Hobbygärtner keine Eisenbahner mehr.

An der nächsten Abbiegung kreuzen sich Valentiner Allee und Kockeschünegang. Es muss einmal der Gang zu Kockes Scheune gewesen sein, wie Maasheimer berichtet. Heute gibt es hier aber weit und breit keine Scheune mehr. Wer hier links abbiegt, kommt zurück zum Telekom-Gebäude, verpasst aber den spektakulärsten Abschnitt der kleinen Wanderung, für die man rechts abbiegen muss.

Durch die alte Ulmenallee führt der Weg jetzt Richtung Bahnhof. Nach gut 100 Metern findet sich auf der rechten Seite ein Bahnteich – es sollen tatsächlich die letzten erhaltenen Reste des großen Mühlenteichs sein, der sich von hier einst bis zum Munketoft erstreckte. Noch einmal 100 Meter weiter lädt wieder auf der rechten Seite ein rustikales hölzernes Tor in den „Offenen Garten Rude“. Gemeinsam mit der Waldorfschule und dem Verschönerungsverein hat das Rude-Forum hier einen Rastplatz mit Sitzmöglichkeit und Blick auf den Bahnteich geschaffen. Und Maasheimer berichtet, dass die Waldorfschüler hier das kleine Hochplateau als echten Schulgarten bewirtschaften wollten.

Wer nun weiter Richtung Bahnhof möchte, muss nur noch eine kleine Steigung bewältigen und kommt dann rechts über Bahnhofsbrücke und Serpentine zur Bahn. Wer lieber eine lange Runde marschieren möchte, kann bereits am Förde-Park starten: Von dort an der Bahnbrücke geht es entlang der Gleise Richtung Technologiezentrum Eckernförder Landstraße, die man stadteinwärts läuft. Dann biegt man rechts in den Steinfelder Weg ein, der an der Turnhalle der Waldorfschule endet, hinter der sich der beschriebene Aussichtspunkt verbirgt. Von der Brücke am Bahnhof kommt man über den Tegelbarg und die Straße Rude durch ein Kleingartengebiet auch wieder zur Fuchskuhle und so zum Förde-Park.

 

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