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Flensburger Tageblatt

17. Dezember 2017 | 04:06 Uhr

Tarp : Wo das Wasser wieder sauber wird

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Tarper Kläranlage am Ortsrand ist seit 1968 in Betrieb. Die Verantwortlichen klagen über verstopfte Pumpen durch Feuchttücher.

Tarp | „Was wird alles benötigt, um aus Schmutzwasser sauberes Wasser zu machen?“ Mit dieser Frage beschäftigt sich der Betriebsleiter des Tarper Klärwerks, Reinhard Koch. Um das für etwa 5600 Einwohner zu schaffen, muss die Gemeinde tief in den Geldbeutel greifen und eine selbstständige Anlage vorhalten.

Seit 1968 gibt es die Kläranlage am jetzigen Platz, außerhalb des Ortes in der Nähe des Friedhofs. Vorher gab es einen Klärturm am Ende des Hashauweges. Und ganz früher wurden in Tarp bei den jeweiligen Objekten Hauskläranlagen und Sickergruben gebaut. 1996 wurde wegen des Einwohnerzuwachses erweitert und modernisiert. Mit dem Bau des Klärwerkes wurde in Tarp überall das „Trennsystem“ eingeführt. Regen- und Schmutzwasser wurde in verschiedene Leitungen eingespeist. Das Regenwasser läuft an sechs Stellen über Sand- und Ölsperren in die Treene. Schmutzwasser wird durch Freigefälleleitungen und 35 Hauspumpstationen zu 18 im Ort verteilten Pumpwerke befördert. Von hier kommt es ins Klärwerk. Insgesamt sind in Tarp 28 Kilometer Regen- und 27,5 Kilometer Schmutzwasserleitungen in Betrieb.

Die 5600 Einwohner des Ortes produzieren täglich etwa 900 Kubikmeter, das ergibt 330  000 Kubikmeter im Jahr, an „häuslichen Abwässern“. Dies sind Bade-, Dusch- oder Spülwasser, aber auch die Toiletten. Das Schmutzwasser wird zuerst mechanisch gereinigt. Alle Gegenstände über fünf Millimeter Durchmesser werden von einem Sieb abgehalten. Die feinere Substanz kommt ins Klärbecken. In einer Stufe wird hier Sauerstoff zugeführt, womit die dort lebenden Mikroorganismen „belebt“ werden. Später trennt sich im Nachklärbecken die Schlammflocke vom klaren Wasser. Das so gereinigte Wasser wird in die Treene abgelassen. Der entwässerte Klärschlamm beträgt nur noch etwa zwei Kubikmeter am Tag, also etwa 600 Kubikmeter im Jahr. Dieser feste Anteil wird landwirtschaftlich verwertet oder verbrannt.

Nach allen Erklärungen haben die beiden für das Klärwerk Verantwortlichen noch eine wichtige Nachricht: „Wir haben große Probleme mit Sachen, die nicht in die Toilette geworfen werden dürfen“, erklären sie. Als Beispiel werden sogenannte Feuchttücher genannt. Diese lassen sich kaum zerreißen, verstopfen die Pumpstationen. Diese Pumpen drehen sich mit 1400 Umdrehungen pro Minute – „die sitzen ganz schnell fest“, so Koch. Auf den Kartons der Feuchttücher ist auch sichtbar die durchgestrichene Toilette abgebildet. „Bitte diese Tücher in den Hausmüll werfen“, sagt Koch.

Koch ist seit 1981 bei der Gemeinde Tarp beschäftigt. Zuerst war er im Bauhof tätig, seit 1996 ist er im Klärwerk eingesetzt. 2008 beerbte er Holger Jürgensen als Leiter des Klärwerks. Seine rechte Hand ist Michael Kloch, ausgebildete „Fachkraft für Abwassertechnik“. Überwachen, reinigen, Proben nehmen, diese im Labor auswerten, Reparaturen und vieles mehr, das sind die Aufgaben. Das gesamte System wird von der Wasserbehörde des Kreises überwacht.

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