Wireg Flensburg : Wirtschaftsförderer stark gefragt

Das Führungsteam der Wireg: Geschäftsführer Michael Otten, Barbara Asmussen vom Technologiezentrum und Gewerbeflächenmanager Burkhard Otzen (v.l.).
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Das Führungsteam der Wireg: Geschäftsführer Michael Otten, Barbara Asmussen vom Technologiezentrum und Gewerbeflächenmanager Burkhard Otzen (v.l.).

Wireg-Bilanz: Begleitete Investitionen und vermarktete Gewerbeflächen verdeutlichen die gute Konjunktur

shz.de von
14. Februar 2018, 09:56 Uhr

Dass die anhaltend gute Konjunktur die Region zwischen Schleswig, Flensburg und Kappeln erreicht hat, lässt sich leicht an der Bilanz der Wirtschaftsförderung Wireg ablesen. 2017 war für die Wireg das Jahr der doppelten Verdoppelung: Die Wirtschaftsförderer aus Flensburgs Lise-Meitner-Straße haben Unternehmen bei Investitionen von rund 37 Millionen Euro begleitet – 2016 lag die Summe noch bei rund 15 Millionen Euro. Auch die vermarkteten kommunalen Gewerbeflächen haben sich von 8,7 auf 16,5 Hektar Fläche nahezu verdoppelt. „Das zeigt, dass die gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen gut sind“, erklärt Wireg-Chef Michael Otten. 23 Unternehmen beziehungsweise Investoren hätten diese Flächen erworben. Die Zahlen zeigten aber auch, dass der Druck steige, neue Gewerbeflächen auszuweisen und in ausreichender Größe vorzuhalten. Im vergangenen Jahr hätten 70 Unternehmen zum ersten Mal die Leistungen der Wireg rund um Fördermittel, Gewerbeflächen und Wachstumsberatung in Anspruch genommen. „Ein ausreichendes Angebot an Gewerbeflächen sichert weiteres Wachstum in der Region und bleibt daher von zentraler Bedeutung“, sagt Otten bestimmt. Wenn die Nachfrage derzeit doppelt so hoch ist wie in früheren Jahren, seien Engpässe nur eine Frage der Zeit. 90 Prozent der Unternehmen, die sich für Gewerbeflächen in Flensburg und dem Umland interessierten, kämen aus einem Umkreis von 50 Kilometern.

Attraktiv für Ansiedlungswillige seien dabei vor allem die Standorte entlang der Autobahn A7, also die seit Jahren stark nachgefragten Gebiete in Flensburg und Handewitt, die Autobahnstandorte Tarp und Schuby. Aber auch der Gewerbestandort Kappeln sei praktisch ausverkauft.

Gute Flächenangebote an die wachstumswillige regionale Wirtschaft kann die Wireg derzeit vor allem im Gewerbepark Schleswig-Schuby machen. In dem Ende 2016 eröffneten Gewerbegebiet direkt an der A7 seien bereits rund 30 000 von 280 000 Quadratmetern, also mehr als zehn Prozent verkauft, berichtet Prokurist Burkhard Otzen. Zudem ist an der B 203 nahe Kappeln das Interkommunale Gewerbegebiet Nordschwansen mit 170 0000 Quadratmetern entstanden. Sörup habe sein Gewerbegebiet mit 43 000 Quadratmetern erweitert. Und in Flensburg arbeiteten Politik und Verwaltung nach einem Impuls der Wireg an der Bereitstellung neuer Flächen innerhalb der Stadtgrenzen. Das wachsende Oberzentrum gewinnt derzeit jedes Jahr nicht nur eine vierstellige Zahl neuer Einwohner, sondern zuletzt auch jährlich mehr als 1000 neue Arbeitsplätze.

Burkhard Otzen berichtet, dass sich immer mehr Unternehmen mit dem Thema Energieeffizienz beschäftigten, um Kosten zu reduzieren. Dabei hätten elf Betriebe beim neuen Projekt „Energie.Profit“ mitgemacht. Das Einsparpotenzial allein dieser Betriebe sei mit 2,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr ermittelt worden – umgerechnet 1140 Tonnen Kohlendioxid. Darüber hinaus bearbeitet die Wireg auch das Thema Unternehmensnachfolge mit einem zusätzlichen Mitarbeiter – sowie die Erweiterungsaktivitäten ehemaliger Existenzgründer und anderer wachstumswilliger Betriebe mit einem selbst entwickelten Wachstumscheck.

Auch das Technologiezentrum der Wireg habe ein erfolgreiches Jahr bis zur Auslastungsgrenze hinter sich. „Die durchschnittliche Auslastung lag bei 95 Prozent“, berichtet Prokuristin Barbara Asmussen. Nach zahlreichen Ausgründungen zählte das Zentrum zum Jahreswechsel 64 Unternehmen und Co-Worker, also temporär genutzte Flächen mobiler Unternehmungen. „2018 haben wir bereits fünf neue Unternehmen aufnehmen können.“ Bei 240 Arbeitsplätzen sei die Nachfrage nach freien Flächen weiter stark. Wireg-Chef Michael Otten: „Aus unserer Sicht wäre eine Erweiterung wünschenswert und der richtige Schritt.“

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