zur Navigation springen

Harniskai Flensburg : Wirtschaft entdeckt den Hafen neu

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Getreideumschlagplatz und Düngemittellager: Das Raiffeisen-Zentrum Idstedt will dem Flensburger Ostufer zu alter Stärke verhelfen.

shz.de von
erstellt am 02.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Sommerferien, perfektes Urlaubswetter: Da rücken Hafen und Strände in den Blick von Flensburgern und Feriengästen. Deshalb bringt das Tageblatt seine Sommerserie „An der Wasserkante“. Heute: Das Raiffeisen-Zentrum in Idstedt haucht dem Flensburger Wirtschaftshafen am Harniskai neues Leben ein.

Hafenchef Paul Hemkentokrax kann aufatmen. Die „Europawiese“ kann jetzt endlich ihren Job erledigen. Die nagelneue, aber zwei Jahre lang praktisch arbeitslose Lagerfläche zwischen Harniskai und Ballastbrücke ist schon fast zur Hälfte gefüllt mit rund 1000 großen Säcken mit Düngemitteln und anderem Lagergut aus und für die Landwirtschaft der Region. Denn die Lücke, die die Hauptgenossenschaft HaGe und deren dänischer Mutterkonzern DLG durch ihren Rückzug auf Raten reißen, könnte nach und nach vom agilen Raiffeisen-Zentrum Idstedt mit seinen 25 Mitarbeitern ausgefüllt werden. „Wenn Raiffeisen das wahr macht, was sie sich vorgenommen haben, würde es kompensieren, was mit der HaGe wegbricht“, schätzt Hemkentokrax. Rund 300 Schiffe machen im Jahr im Gebiet des Flensburger Wirtschaftshafens fest – Kohle für die Stadtwerke am Stadtwerkekai, am Harniskai mit seiner frisch sanierten Kaikante, Zellstoff für Mitsubishi, Asphalt, Dünger und Getreide.

Roland Heidemann ist Geschäftsführer von Raiffeisen Idstedt und unterhält fünf Getreideannahmestellen in der Region. „Ich bin selbst Flensburger“, sagt er. Und anstatt das Getreide auf dem Lkw über die Autobahn nach Hamburg zu fahren, will er es lieber am Flensburger Hafen einlagern. 30 000 Tonnen habe er bereits zum Ostufer gebracht. Die Flächen und Silos der Hafen-GmbH und die der Stauerei Hübsch in Richtung Harniskaispitze habe er sich bereits gesichert: „Kurze Wege sind unser Ziel“, sagt Raiffeisen-Mann Heidemann. Bis zu 40 000 Tonnen Getreide der landwirtschaftlichen Betriebe der Region – und weitere 50 000 Tonnen, die er mit dem Schiff importieren will. „Früher ist alles nach Hamburg gefahren worden. Unter dem Raiffeisen-Logo will Heidemann den Flensburger Wirtschaftshafen wieder flott machen.

Die Stadtwerke selbst sind mit sechs festen Mitarbeitern am Hafen aktiv. Dazu kommen die Makler, Festmacher, Stauer. Hafenchef Paul Hemkentokrax spricht von der Renaissance des Wirtschaftshafens: „Das Thema Hafenentwicklung und Hafenwirtschaft wird unglaublich spannend bleiben“, glaubt er. Die Hafenwirtschaft sei hier unabdingbar, der Rest müsse sich intelligent entwickeln. Südlich der Hafenflächen bis zum Werftkontor – das ist mittlerweile der bevorzugte Standort für Flensburgs geplantes großes Business-Hotel mit drei bis vier Sternen und bis zu 200 Betten. Doch Platz wäre hier nicht nur für ein großes Tagungshotel, sondern auch für andere Nutzungen wie Wohnen.

Paul Hemkentokrax, der in Flensburg auch für den städtischen Busverkehr und den Flugplatz zuständig ist, sieht angesichts der Probleme mit Brücken und Autobahn im Land, eine Verkehrrenaissance auf allen Kanälen, also Bahn, Bus – und Schiff.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen