Hasselberg : Wird die Tourist-Info geschlossen?

Die Bürgermeister von Hasselberg, Maasholm und Kronsgaard plädieren für einen Erhalt des Tourist-Informationsbüros Kieholm.
Die Bürgermeister von Hasselberg, Maasholm und Kronsgaard plädieren für einen Erhalt des Tourist-Informationsbüros Kieholm.

Der Amtsausschuss Geltinger Bucht diskutiert über Erhalt des Büros in Kieholm. Die Standorte in Steinbergkirche und Gelting sollen bleiben.

shz.de von
13. März 2018, 13:54 Uhr

Die kommunalpolitischen Weichen für eine grundlegend veränderte Tourismusstruktur im Amt Geltinger Bucht sind jetzt gestellt worden. Kernpunkt dieser Neuerung ist die zukünftige Aufgabenverteilung zwischen dem Touristikverein „Ferienland Ostsee / Geltinger Bucht“ und der Ostseefjord-Schlei GmbH (OFS). Der Tourismus-Ausschuss des Amtes befasste sich auf seiner letzten Sitzung vor Ende der Legislaturperiode mit einem Handlungskonzept, das zuvor von Amtsvorsteher Thomas Johannsen und dem amtierenden Ausschussvorsitzenden Clemens Teschendorf mit den Verantwortlichen beider Touristik-Organisationen abgestimmt worden war und nun auf dem Prüfstand lag. „Wir wollen endlich mal Ruhe in diese Angelegenheit bringen“, erklärte Johannsen, der nach dem Rückzug des Hasselberger Bürgermeisters aus dem Aufsichtsrat der OFS nun bis zum Sommer in diesem Gremium Sitz und Stimme hat.

Letztmalig in diesem Haushaltsjahr erhält der Verein „Ferienland Ostsee“ einen Zuschuss von 75 000 Euro aus der Amtskasse. Doch sollen ab dem 1. Januar 2019 diese Mittel umverteilt werden. Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Amtsausschuss erhält die OFS künftig einen jährlichen Zuschuss von 30 000 Euro, während die Förderung des einheimischen Touristikvereins auf 45 000 reduziert wird. Weniger Geld in der Vereinskasse führt gegenwärtig bereits zu Überlegungen, wo der Rotstift angesetzt werden müsste. Dabei ist unter anderem der Blick auf den Betrieb der drei Standorte von Tourist-Informationsbüros gerichtet worden. In Steinbergkirche wird überlegt, mindestens eine der Anlaufstellen für anreisende Urlauber zu schließen. Johannsen und Teschendorf hatten in ihrem Konzept nur noch die Standorte Steinbergkirche und Gelting erwähnt. Kieholm fehlte.

„Eine Entscheidung, das Büro Kieholm zu schließen, würden wir nicht mittragen“, erklärte Bürgermeister Hans-Heinrich Franke, auch im Namen seines Kronsgaarder Kollegen Hans-Walter Jens. Der Südteil des Ferienlandes Geltinger Bucht werde besonders stark Urlaubern besucht, die über Kappeln anreisen und auf die Beratung in Kieholm angewiesen seien. Steinbergkirche spiele als Standort eine weit geringere Rolle, merkte Franke an. Bürgermeister Kay-Uwe Andresen aus Maasholm unterstrich: „Die Menschen profitieren doch von der Information in Kieholm.“ Andresen und Franke ließen durchblicken, dass sie in ihren Ortsparlamenten keine Mehrheit für eine Kieholm-Schließung finden würden. Hans-Heinrich Franke mahnte: „Wir haben als letztes Mittel noch die Möglichkeit, die Aufgabe für Tourismusförderung dem Amt zu entziehen und dann alles selbst zu bestimmen.“

Um eine positive Abstimmung zum Gesamtkonzept nicht zu gefährden, ließ Teschendorf den Hinweis auf die künftigen Info-Standorte Steinbergkirche und Gelting streichen. Hinter verschlossenen Türen dürfte dieses umstrittene Thema noch manches Kopfzerbrechen bereiten, sagen Insider voraus.

Im Folgenden gab es im Ausschuss Einvernehmen zur Aufgabenverteilung: Dem Touristikverein obliegt vorrangig die Zimmervermittlung, die Vermieterbetreuung und die Organisation von lokalen Veranstaltungen. Die OFS-Gesellschaft übernimmt das regionale Marketing sowie die Entwicklung von Projekten und Strategien. Beiden Organisationen wird die Ausweisung eines sogenannten Buchungsportals zugestanden.

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