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Kommunalwahl 2013 : "Wir werden weiter lästig sein"

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Die Wählergemeinschaft "Wir in Flensburg" (WiF) will mindestens 15 Prozent.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 05:30 Uhr

Flensburg | Mit einer großen Portion Selbstbewusstsein und einem "klaren Kurs für Flensburg" steuert die Wählergemeinschaft "Wir in Flensburg" (WiF) auf die Kommunalwahl zu. "Wir waren von uns selber erstaunt, was wir in den letzten fünf Jahren alles erreicht haben", sagt Spitzenkandidatin Erika Vollmer, "trotz politischer Unerfahrenheit und heftigem Gegenwind."

Der Verein hatte bei der Kommunalwahl sensationell 22,3 Prozent der Stimmen gewonnen und konnte damit zehn Mitglieder in den Rat entsenden. Inzwischen sind es nach internen Querelen nur noch sieben, und ein derart gutes Ergebnis trauen selbst die größten Optimisten der WiF nicht mehr zu. Christian Dewanger, den die Wählergemeinschaft gern erneut als Stadtpräsidenten sähe und der auf Listenplatz 2 kandidiert, rechnet mit einer Landung bei 15 bis 20 Prozent.

Zwei große Themen sind es, die von der WiF in der jüngsten Vergangenheit kräftig und nachhaltig beackert wurden. Zum einen, so Vollmer, habe man die Stadtwerke nach allerlei Verirrungen auf einen neuen Kurs schicken, zum anderen das Campusbad wieder unter Kontrolle bringen und dauerhaft sicher machen können. In beiden Fällen sei durch Interventionen der WiF Schaden von der Stadt abgewendet worden. Auch die Tatsache, dass in Fahrensodde keine Luxuswohnungen, sondern ein maritimes Zentrum entstehen wird, schreibt die Wählergemeinschaft sich auf die Fahnen. Vielleicht nicht ganz allein, "aber wir haben die Mehrheiten für entsprechende Beschlüsse organisiert", sagt Dewanger. Das gelte auch für den Kulturentwicklungsplan, den man durch eine Beschlussvorlage habe forcieren können, die sich dort zu fast hundert Prozent widerspiegele.

Kontrolle über Betriebe zu gewinnen, die Initiierung eines Beteiligungscontrollings sei und bleibe eine der großen Erfordernisse in einer Stadt, deren Politik durch Einzelinteressen und Klientelförderung geprägt sei, betont das Führungsduo. In diesem Kontext fallen immer wieder die Begriffe Bürgerbeteiligung, Information und Transparenz - damit konnte der Verein in seinen Anfängen bereits punkten.

Auch der Verwaltung will die WiF stärker auf die Finger gucken - notfalls auch klopfen. "In den Leitungspositionen", so Dewanger, "wird nicht offen genug gearbeitet", man sei zudem nicht in der Lage, Fehler einzugestehen. In das Vertragswesen sollte sich die Politik stärker einmischen. "Wir brauchen so etwas wie ein Zwangskorsett für den Informationsfluss von der Verwaltung an die Politik."

Ein Zukunftsthema, das Erika Vollmer am Herzen liegt, ist die Durchsetzung des kommunalen Wahlrechts auch für Nicht-EU-Bürger. Sie sieht sich als Ganzheitsmedizinerin. "Wir dürfen Probleme, gerade im Bereich der Stadtplanung, nicht isoliert angehen, sondern müssen immer das große Ganze im Blick haben."

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