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Katharinen-Hospiz am Park : „Wir sind Pioniere!“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Minister a. D. Franz Müntefering hält den Festvortrag zum 25-jährigen Jubiläum

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2017 | 06:14 Uhr

Lob, Dank und Anerkennung von allen Seiten: Zum 25-jährigen Geburtstag des Katharinen-Hospiz am Park strömten zahlreiche Gratulanten in die Bürgerhalle des Rathauses, darunter hochkarätige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hausherrin Simone Lange erfreut und stolz: „Ganz Flensburg ist vertreten.“ Sie ließ es sich nicht nehmen, der Einrichtung die volle Unterstützung der Stadt bei ihren Erweiterungsplänen zuzusichern und umriss den Leitgedanken des Festakts mit den Worten: „Es geht darum, dem Leben mehr Zeit zu geben.“

Franz Graf von Harnoncourt, Geschäftsführer der Malteser Deutschland, nahm den Faden auf. „Leben ohne Sterben gibt es nicht.“ Diako und Franziskus-Hospital hätten sich als Träger gemeinsam und erfolgreich der karitativ-sozialen Aufgabe gestellt und mit dem Hospiz ein deutschlandweites Leuchtturm-Projekt geschaffen. Er wertete es als generell ermutigendes Zeichen, dass die Hospizbewegung mitten aus der Zivilgesellschaft heraus entstanden sei – gestützt von Menschen, die ihre Visionen in den Alltag hinein tragen. „Die Stärke einer Gesellschaft zeigt sich insbesondere im Umgang mit den Schwächsten.“ In Flensburg sei dies in Form einer „beispiellosen Zusammenarbeit“ gelungen.

Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter, „Frauen der ersten Stunde“ wie Wiebke Thomsen und Elisabeth von Spies stützten diese Feststellung. Es sei ein großes Geschenk gewesen, dass so viele den Weg mitgehen wollten. „Es war eine Welle der Sympathie, die uns getragen hat“, sagte Schwester Wiebke. Und die langjährige Vorsitzende des Förderkreises, Elke von Hassel, rief unter dem Beifall der Gäste aus: „Wir sind Pioniere!“ Die ehemalige Leiterin Hannelore Ingwersen berichtete von einem Patienten, der von einer „ganz besonderen Form der Heilung“ berichtet hatte, obwohl er wusste, dass er sterben würde. „Er meinte damit die Zuwendung, die er bei uns erfahren hat.“ Die Palliativstation leiste „großartige Arbeit, der lange die verdiente Aufmerksamkeit gefehlt habe“, lobte auch Anke Spoorendonk, die in Vertretung von Ministerpräsident Albig gekommen war. „Sterbende brauchen Hilfe beim Abschied in Würde und größtmöglicher Selbstbestimmung.“ Minister a.D. Franz Müntefering knüpfte in seinem Festvortrag daran an. „Auf der letzten Strecke des Lebens kommt es darauf an, dass wir uns dem Menschen, um den es geht, öffnen, uns auf ihn einstimmen, ihm Angst und Schmerz nehmen.“ Der 77-Jährige weiß, wovon er redet. Er hatte seine schwer kranke Frau bis zuletzt gepflegt.

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