Kraftfahrt-Bundesamt : "Wir punkten mit Verkehrssicherheit"

Gegen das schlechte Image der Punkte: KBA-Chef Ekhard Zinke. Foto: borm
1 von 2
Gegen das schlechte Image der Punkte: KBA-Chef Ekhard Zinke. Foto: borm

Kraftfahrt-Bundesamt irritiert über PR-Offensive der Flensburger Tourismus-Organisation / Cheftouristiker: "Aus der Not eine Tugend machen"

shz.de von
25. April 2012, 06:34 Uhr

Flensburg | "Ich habe wenig Verständnis dafür, dass die Punkte etwas Negatives für Flensburg bedeuten sollen." Der Präsident des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA), Ekhard Zinke, zeigte sich gestern "irritiert" über die PR-Kampagne der Flensburger Tourismus-Organisation, die mit dem vermeintlichen Negativimage der Punkte Werbung für Flensburg macht.

"Wir punkten mit Verkehrssicherheit", wandte sich Zinke gegen die Strategie von Tourismus-Chef Finn Jensen, für den die Punkte des Verkehrszentralregisters negativ behaftet sind. "Wir sind so bekannt wie Hamburg, aber so beliebt wie Gorleben", hatte Jensen vor kurzem die Image-Folgen für Flensburg auf den Punkt gebracht.

Zinke sieht das ganz anders. Der große Bekanntheitsgrad der Stadt sei untrennbar mit dem Kraftfahrt-Bundesamt und damit mit den Punkten verbunden. Die Punkte seien das Symbol für Verkehrssicherheit. "Wir lieben diese Stadt", sagte Zinke für die gesamte 921 Personen starke Mitarbeiterschaft, und es sei "enttäuschend, dass wir auf so wenig Gegenliebe stoßen." Es sei eine "Riesenchance für die Stadt", durch das KBA und seine Aktivitäten noch bekannter zu werden. Genau diese Chance versucht Finn Jensen, Geschäftsführer von Flensburg Fjord Tourismus (FFT), zu nutzen. Doch er stellt zunächst klar: "Die Punkte sind bekannt, aber unbeliebt." Das könne er mit statistischen Erhebungen beweisen. "Die Punkte sind negativ besetzt, das ist nachweisbar." Das Problem seien die mit den Eintragungen im Verkehrszentralregister verbundenen Strafen; er habe keinen Zweifel am positiven Sinn und Zweck des KBA.

"Wir müssen aus der Not eine Tugend machen", fordert der Tourismus-Chef, der die Dinge gern auf den Punkt bringt. "Wir lassen die Punkte eine Geschichte erzählen." Und er macht die Punkte sicht- und essbar.

So können Besucher der Tourismus-Information am Zob eine 100-Gramm-Tüte Flensburger Punkte, hergestellt in der Flensburger Dragee-Fabrik, erwerben. "Keiner geht raus, ohne die zu kaufen", sagt Jensen.

Er ist sich sicher, dass die von ihm initiierte PR-Kampagne mittlerweile greift. "Seit 25 Monaten haben wir eine wachsende Zahl an Übernachtungen." Nicht zuletzt mit der Punkte-Kampagne versuche man, "Bekanntheit in Begehrlichkeit umzuwandeln." Die Punkte sollen zu Kommunikatoren und im Stadtbild sichtbar werden. So könne er sich einen Springbrunnen vorstellen, der nicht nur Wasser, sondern auch Punkte sprüht.

Unter Umständen liegen Zinke und Jensen in manchen Punkten gar nicht weit voneinander entfernt. Jedenfalls hat der KBA-Chef den Rathaus-Chef für das Thema sensibilisiert. Vielleicht kann OB Faber ja einen Zehn-Punkte-Plan aufstellen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen