Langballig : „Wir bauen unser eigenes Netz“

Vorsteher Michael Eichhorn (r.) vom Breitbandzweckverband Angeln stellte bei der Einwohnerversammlung in Langballig den geplanten Bau eines bürgereigenen Glasfasernetzes vor.
Vorsteher Michael Eichhorn (r.) vom Breitbandzweckverband Angeln stellte bei der Einwohnerversammlung in Langballig den geplanten Bau eines bürgereigenen Glasfasernetzes vor.

Der Vorsteher des Breitbandzweckverbands Angeln erläutert die nächsten Ausbauschritte. Ab Mitte 2018 wird mit erstem Abschnitt begonnen.

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06. Dezember 2017, 12:18 Uhr

Der Wunsch nach einem schnellen digitalen Netzanschluss ist groß. Zumindest zeigte er sich ganz deutlich beim Vortrag von Michael Eichhorn und den Nachfragen der mehr als 80 anwesenden Bürger während der Einwohnerversammlung in der Aula der Grundschule Langballig. Als Vorsteher des Breitbandzweckverbandes Angeln erläuterte er den gegenwärtigen Planungsstand bei dem Vorhaben, zwischen Kappeln und Flensburg die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Das ist nach seiner Aussage wörtlich zu nehmen: „Wir bauen unser eigenes Netz. Und wenn es fertig ist, haben wir die beste digitale Infrastruktur, die es in Deutschland gibt.“

Im Verbandsgebiet mit den 30 Gemeinden der Ämter Geltinger Bucht, Hürup und Langballig erhalte grundsätzlich jeder, der sich vertraglich binde, kostenfrei einen Glasfaseranschluss bis ins Haus. Andere Anbieter erweckten auch diesen Eindruck, deren Glasfaserkabel ende oftmals aber am örtlichen Verteilerkasten, die Reststrecke bis ins Haus bestehe aber weiterhin aus langsamerem Kupferkabel.

Wie Eichhorn weiterhin ausführte, verpachtet der Verband das Netz an einen Betreiber. Dessen Standardprodukt mit Internet-Flat sowie Festnetz-Telefon-Flat für Deutschland und Dänemark koste 49,50 Euro bei zugesicherten 200 Megabit pro Sekunde im Download. Die abschnittweise durchgeführten Bauarbeiten sollen Mitte 2018 beginnen und zwei Jahre später abgeschlossen sein. Jeweils einige Monate vorgeschaltet werde die Vermarktung mit Informationsoffensiven.

Zum Schluss unterstrich Eichhorn, dass der Verband Eigentümer des Netzes bleibe. Über die Gemeinden als Mitglieder gehöre es damit allen Bürgern. „Insofern leistet jeder, der mitmacht, einen Solidarbeitrag zum Netzausbau.“

Auf diesen Zusammenhang hatte bereits Bürgermeister Peter Dietrich Henningsen bei der Begrüßung hingewiesen. Anschließend erläuterten Bauamtsleiterin Yvonne Spring-Renken und Diplomingenieur Boyke Elsner die planungsrechtlichen und technischen Einzelheiten zum neuen Baugebiet „Lücke“.

Etagegne Girma-Bierig, seit 30 Jahren in Langballig lebende Äthiopierin, stellte dann den Verein „Let me be a child“ vor. Seit 15 Jahren kümmert er sich mit großem Erfolg um die Betreuung von Straßenkindern in Girma-Bierigs Heimatland. Sie richtete einen leidenschaftlichen Appell an die Anwesenden, mit dazu beizutragen, den Menschen ihrer Heimat eine sichere Existenz zu ermöglichen. „Zunächst geht es dabei um Bildung, Bildung, Bildung.“ Zum Schluss berichteten die Vorsitzenden der Ausschüsse der Gemeindevertretung und des Seniorenbeirates sowie der Bürgermeister aus ihren Aufgabenbereichen.

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