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Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2017 | 16:19 Uhr

Flensburg : Wintereinbruch mit Ansage

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Probleme mit verschneiten Straßen, Freude bei den Kindern, Ärger bei den Autofahrern und Arbeit für die Winterdienste.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Zum ersten Mal in diesem Winter hat sich eine weiße Decke über die Stadt gelegt. Die Temperaturen rutschten bis fast in den zweistelligen Minusbereich, im Tagesverlauf wurde es wieder wärmer, Tauwetter setzte ein. Die Schneeflocken sorgten besonders unter Kindern für Begeisterung: So freute sich die zweijährige Mila mit ihrer Mutter Mo (27) über ihren ersten Schnee, am Volkspark waren zahlreiche Rodler anzutreffen und am Alten Gymnasium nutzten viele Schüler die Gelegenheit für eine Schneeballschlacht. Doch auch Rentnerin Ingelore Milla (71) traute sich mit ihrem Rollator hinaus. ,,Wir haben lange genug gewartet“, sagte sie fröhlich. Den Schüler Björn Scher (19) störte das Wetter ebenso wenig, sein Schulbus kam pünktlich wie immer.

Nicht so positiv gestimmt war Zusteller Oliver Gold (42), der zum Austragen seiner Pakete zwei Stunden länger als normalerweise benötigte. Viel zu tun hatten wieder die Mitarbeiter privater Winterdienste; so waren Jannik Schulze und Dorothee Grahn seit fünf Uhr morgens im Einsatz. Besonders schwierig sei es, ,,die vielen Objektbesitzer zufriedenzustellen, da jeder sein Grundstück als erstes vom Schnee befreit haben möchte“, so Ralf Hammer (62).

Autofahrer von außerhalb äußerten sich unzufrieden mit dem Zustand der Straßen, sie seien nur unter erschwerten Bedingungen nach Flensburg gekommen, in der Stadt selbst habe man teilweise erst spät mit der Räumung begonnen. Zudem seien auf zweispurigen Straßen wie Kielseng nur eine Spur bearbeitet worden. Dem hält Ralf Leese, Sprecher des Technischen Betriebszentrums (TBZ) entgegen, dass Winterdienstleiter Otto Pastorff bereits ab 2 Uhr nachts unterwegs war, bevor ab 4 Uhr die Kolonnen ausrückten – fünf Groß- und 16 Kleinfahrzeuge. Das Straßennetz sei flächendeckend geräumt worden, die Hauptwege der Stufe 1 sogar zweimal, weil es bis zum späten Vormittag schneite. „Der Schnee lag vier bis fünf Zentimeter hoch, eine ganz normale Situation für uns.“ Leese rechnete für die Nacht indes mit überfrierender Nässe. Eine ganz andere Herausforderung. „Wir werden es dann mit tückischer Eisglätte zu tun haben.“

Beschwerden, der TBZ-Mann, habe es bislang keine gegeben. Gleichwohl erinnerte er an die Räumpflicht der Hausbesitzer, deren Aktivitäten oft zu wünschen übrig ließen. „Laut Satzung müssen nicht nur die Gehwege vor bebauten Grundstücken, sondern auch die Radwege rechtzeitig frei sein.“ Wer seiner Räumpflicht nicht nachkommt, muss ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro befürchten – mindestens.

Die Stadtwerke waren auf den Wintereinbruch nach eigenen Angaben gut eingestellt, der Wetterbericht habe ihn lange genug angekündigt. „Der Kohlekessel braucht fast einen Tag, um hochzufahren und stabile Temperaturen zu liefern. Das haben wir alles rechtzeitig in die Wege geleitet“, sagt Sprecher Peer Holdensen. Selbst wenn die Minusgrade weiter nach unten gingen sei man mit dem Reserveheizwerk jederzeit gut gerüstet. Sollte ein Hauseigentümer den Eindruck haben, dass die Heizkörper bei zunehmender Kälte weniger Wärme abgeben, sollten sie ihre Anlage im Haus überprüfen. Holdensen: „An uns liegt das nicht.“

 


Mitarbeit: Gustav Stintzing, Leonie Lorenzen und Anja Simonsen.

 

 

 

 

 

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