zur Navigation springen

Statt Konzert : Willy verabschiedet sich mit musikalischem Pfingstgottesdienst

vom

shz.de von
erstellt am 18.Mai.2013 | 07:01 Uhr

Glücksburg | "Musik ist mein Leben." Hans-Martin Willy lässt keinen Zweifel daran, was bei ihm an erster Stelle steht. Der Kirchenmusiker und frühere Orchestermusiker leitet seit 1993 den Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Glücksburg. Doch jetzt muss der gebürtige Berliner Abschied nehmen. Der Musiker wird 80 Jahre alt und kann sich gesundheitlicher Einschränkungen nicht mehr erwehren. "Deshalb bin ich froh, die Verantwortung abzugeben", sagt er.

Vor Jahrzehnten schon musste Hans-Peter Willy seinen Orgeldienst an St. Michael in Flensburg an den Nagel hängen. Die Sehstärke hatte zu sehr nachgelassen. Privat spielt der Glücksburger, der vor kurzem nach Steinbergkirche gezogen ist, zwar immer noch Klavier, muss die Literatur aber auswendig lernen. Ursprünglich hatte der Posaunist bei den Sinfonikern in Flensburg (1955-1966) gespielt, bevor er ins christlich geprägte Fach wechselte.

Viele Chöre baute Willy auf. "Ich habe den Flensburger Polizeichor gegründet und den Madrigalchor von einem Frauensingkreis zu einem gemischten Chor gemacht", blickt er zurück. Während seiner Zeit an St. Michael entstand der Flensburger Bläserchor. Willy leitete außerdem den Posaunenchor Sterup und den Männerchor Großsolt. Und immer profitierte er dabei von seiner Arbeit als Orchestermusiker: "Man kennt einfach die Abläufe in einer solchen Gemeinschaft", erklärt er.

1993 trat er seinen Ruhestand an und gestaltete seitdem die Glücksburger Musikszene mit. Bereits 1992 übernahm er die Leitung der Glücksburger Neujahrskonzerte, gründete 1997 den Förderkreis Glücksburger Konzerte. Die Musikreihe lag bis 2001 in seinen Händen, den Vereinsvorsitz hatte er bis 2005 inne. Nun gibt er seine Arbeit als Posaunenchorleiter ab und verabschiedet sich von den Bläsern und der Gemeinde während des Pfingstgottesdienstes am Montag. Die Feier beginnt um 10 Uhr in der Auferstehungskirche. Mit 28 Bläsern - darunter elf ehemalige Chromitglieder samt Profi - bringt er den "Feierlichen Einzug" von Richard Strauss doppelchörig (14 Stimmen). Erklingen werden die "Osterfanfare" und "Veni creator spiritus". Wilhelm Kaiser-Lindemann schrieb die Stücke ursprünglich für den Flensburger Posaunenchor.

Ein Konzert wollte Willy, der am 22. Mai 80 Jahre alt wird, nicht geben. "Ich habe den Gottesdienst aus Dankbarkeit gewählt, weil ich so lange arbeiten konnte."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen