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Flensburger Tageblatt : Willy Sandvoß ist Mensch des Jahres

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

30 Jahre lang leitete der Vorsitzende des Flensburger Tierschutzvereins das Tierheim an der Westerallee – und hatte bei der Wahl die Nase vorn.

Überfall am Mittwoch. Doch die „Täter“ kamen in guter Absicht. Vertreter des Flensburger Tageblatts und der Brauerei überrumpelten den ehemaligen Leiter des Tierheims und 1. Vorsitzenden des Tierschutzes an der Westerallee mit einer frohen Botschaft: Die Leser wählten ihn zum Menschen des Jahres 2014 – und Willy Sandvoß war sprachlos. Was selten der Fall ist. Während seine Mitarbeiter eingeweiht waren, ahnte er nichts.

Als er sich gefasst, Buch, Bier und Blumen beiseite gestellt hatte, fand Willy Sandvoß seine Sprache wieder. Er freue sich sehr über die Anerkennung, sagte er, nicht nur persönlich. Die Stimmen, die auf ihn fielen, seien auch ein Indikator für den Stellenwert des Tierschutzes generell. „Es ist eine kleine Antwort auf die Frage, wie unsere Arbeit in der Gesellschaft akzeptiert wird“, sagte der 63-Jährige. Sein Dank gelte allen ehrenamtlichen aktiven Mitstreitern sowie den Förderern, ohne die das Tierheim nicht dort stehen würde, wo es jetzt steht. „Ohne sie würden wir hier zerbrechen.“

Natürlich hatte Sandvoß den Verlauf der Wahl mit einer gewissen Spannung verfolgt. Auf der Facebook-Seite des Vereins gab es immer wieder Ermutigung. Für seine langjährige, engagierte und unermüdliche Arbeit habe er, so hieß es dort, die Auszeichnung redlich verdient. „Ohne eine große Portion Idealismus wäre es auch nicht gegangen, besonders in den Anfängen vor 30 Jahren war ich manchmal drauf und dran, alles hinzuschmeißen“, gesteht der Geehrte, der im September in den Ruhestand gegangen ist, dem Tierheim aber stets mit Rat und Tat zur Seite steht.

Sandvoß wurde mit etwa 43 Prozent gewählt, gefolgt von Lukas Scholz (16) und Joel Moysich (17) aus Freienwill , die ehrenamtlich bei der DLRG tätig sind und einen Ertrinkenden im Holmarksee in letzter Sekunde gerettet hatten, sowie Hans Carsten Jacobsen, seit 2006 Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbibliothek und als Retter des Flensburger Bücherbusses in die Annalen eingegangen. Mehr als 1300 Leser hatten per Telefon, E-Mail, Brief oder online abgestimmt. Das Prozedere wird erneut beginnen, wenn Sandvoß gegen die Kandidaten aus den anderen Erscheinungsgebieten des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages antritt. „Eigentlich hätten es alle verdient“, sagte Ulrich Beuth, Marketingleiter der Flensburger Brauerei, die Kooperationspartner bei der Wahl zum „Mensch des Jahres“ ist. Willy Sandvoß sei jedoch sein persönlicher Favorit gewesen. Und Sara Theilen, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei dem Traditionsunternehmen, ergänzte: „Sein Durchhaltevermögen ist enorm.“ Schließlich gebe es in dem Job nicht nur Rücken-, sondern oft genug auch Gegenwind, mit dem zu rechnen sei.

Lobende Worte findet auch der Nachfolger von Willy Sandvoß als Leiter des Tierheims. „Es ist ein schweres Erbe, das ich hier angetreten habe“, meinte Stefan Schlüter (34). Es sei viel Arbeit, das adäquat fortzuführen. Umso mehr freue er sich, dass sein Vorgänger mit seinem Wissen und seiner langen Erfahrung immer zur Verfügung stehe. „Das ist unschätzbar wichtig für uns.“ Regina Friedenberg (50) aus dem Sekretariat stimmt in den Kanon ein. Der Chef bleibt ihr als Vorsitzender des Tierschutzes erhalten. „Seine große Stärke ist, dass er für jedes Problem eine schnelle Lösung parat hat.“

Der Hochgelobte, der jetzt öfter einmal Zeit haben wird, auf seine geliebten griechischen Inseln zu reisen, gab das Lob postwendend zurück. „Wenn ich etwas anfange, ziehe ich es auch durch. Aber allein hätte ich das alles nicht geschafft.“

 

 

 

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erstellt am 13.Nov.2014 | 07:34 Uhr

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