zur Navigation springen

Flüchtlingskoordinatorin : „Willkommenskultur ist ein Prozess, kein Schlagwort“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburgs neue Flüchtlingskoordinatorin Diana Gaida hat gute Verbindungen nach Österreich.

Flensburg | Ihre Aufgabe ist das Netzwerken. Seit dem 1. Oktober arbeitet Diana Gaida in Flensburg. Im Auftrag der Stadt erschließt sich die Sozialwissenschaftlerin den Bereich der Flüchtlingsbetreuung. Die 38-Jährige könnte diejenige werden, die in Sachen hauptamtlich wie ehrenamtlicher Flüchtlingsbetreuung alles weiß.

„Wir haben eine wahnsinnig große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, wie verknüpft man die mit den Bedarfen“, erklärt Stadtsprecher Clemens Teschendorf den Ansatz. Eines der wichtigen Ziele von Gaida sei, das ehren- und hauptamtliche Netzwerk für Flüchtlingsarbeit zu stärken. Um die erforderliche Koordination der Aufgaben im Rahmen der zunehmenden Zahl von Flüchtlingen (derzeit mehr als 650) gut bewältigen zu können, hat Flensburg im Fachbereich Einwohnerservice und Willkommenskultur die Koordinierungsstelle für Flüchtlinge eingerichtet. Das kostet die Stadt so gut wie nichts. Das Gehalt werde vom Innenministerium des Landes beglichen, sagt Teschendorf.

Gaida hat bereits zwei Projekte angestoßen. Es wird ein Konzept entstehen, das vorgibt, wie man am besten Paten und Flüchtlinge sinnvoll zueinander bringt. „Da muss es vor allem menschlich passen“, sagt Teschendorf. Die Paten sind diejenigen, die den Flüchtlingen lebensnah Deutsch vermitteln und Flensburg näher bringen. „Das können wir in der amtlichen Betreuung nicht leisten.“ Im zweiten Vorhaben erarbeitet Gaida ein Trauma-Therapie-Konzept. Dabei liegt ihr Augenmerk vor allem auf alternativen Behandlungsformen.

Während ihres Studiums an der Humboldt-Universität zu Berlin setzte sich Gaida intensiv mit der deutschen Arbeitnehmermitbestimmung auseinander. Nach ihrem Examen verschlug es die Akademikerin nach Österreich, wo sie beim dortigen Gewerkschaftsbund angestellt war und die österreichische Medienlandschaft, aber auch viele Persönlichkeiten aus dem sozialpartnerschaftlichen Umfeld kennen lernte. Zudem arbeitete sie mehrere Jahre in einer in Wien ansässigen Forschungsförderungsorganisation, die Exzellenzforschung auf allen Gebieten der Grundlagenforschung fördert.

Im vorigen Jahr kehrte Diana Gaida nach Norddeutschland zurück, um sich über den Umweg Hannover in ihrer neuen Heimat Flensburg niederzulassen.

Hier stellt sich die neue Flüchtlingskoordinatorin nun den aktuellen Herausforderungen, die im Zusammenhang mit der Betreuung und Integration von Flüchtlingen entstehen. Gaida: „Ich möchte helfen, die vorhandenen städtischen Strukturen auszubauen und die vielen engagierten Initiativen in der Stadtgesellschaft miteinander zu vernetzen.“ Die 38-Jährige will dazu beitragen, eine Willkommenskultur zu schaffen. „Die Erarbeitung eines tragfähigen Handlungskonzepts erfordert Offenheit und Begegnung. Willkommenskultur ist kein Schlagwort, sondern ein Prozess, der gestaltbar ist,“ beschreibt sie ihr neues Aufgabenfeld.

Diana Gaida ist zu erreichen unter Telefon 0461-851653 und per E-Mail an gaida.diana@stadt.flensburg.de.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Okt.2015 | 14:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen