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Anti-Pegida : Willkommensgrüße für ein buntes Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Erzieherinnen, Eltern und Kinder der ADS-Kindergärten in Flensburg setzen ein Zeichen gegen Pediga. In den Einrichtungen sind alle Kinder willkommen, egal, aus welchen Land sie stammen.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2015 | 16:45 Uhr

Flensburg | „Willkommen“ – dieses Wort ziert seit gestern in mehreren Sprachen die Eingangstüren der ADS-Kindergärten in Flensburg. Mit dieser spontanen Aktion setzten Erzieherinnen, Eltern und Kinder ein Zeichen gegen die Pegida-Bewegung. Auch Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar kam in die Tagesstätte am Breedlandweg und schrieb ein Wort an die Glastür. „Wir müssen alle zusammenhalten“, sagt Gesa Görrissen, Referentin für Kindertagesstätten und Leiterin des Hauses der Familie. Alle seien für ein „buntes Flensburg“.

Der ADS-Grenzfriedensbund setzt sich seit 1948 für einen friedlichen Ausgleich und für mehr Verständigung zwischen den Völkern ein. Da ist es kein Wunder, dass Jungen und Mädchen aus allen Ländern in den Kindergärten willkommen sind. Die Einrichtung am Breedlandweg besuchen Kinder aus elf Nationen: Russland, Polen, Albanien, Syrien, Kenia, Bulgarien, Irland, Ghana, Portugal, dem Iran und der Türkei. Niemand wird ausgegrenzt. Im Gegenteil: Görrissen und Leiterin Gertz erzählen, dass die Kleinen stets zusammen spielen, auch wenn sie sich manchmal nicht verständigen können. Einige Kinder sprechen noch kein Deutsch, wenn sie neu in die Einrichtung kommen. „Aber das ist kein Hindernis“, sagt Gertz.

Görrissen findet es wichtig, dass die Kinder schon früh mit anderen Kulturen vertraut werden und sich an diese gewöhnen. „Dann sind sie später offener“, erklärt sie. Und Gertz fügt hinzu, dass viele der Kleinen stolz darauf sind, wenn sie mehrere Sprachen sprechen. Ein Junge habe ihr kürzlich erzählt, dass er Deutsch und Türkisch sprechen könne und strahlte dabei. Das mache die Arbeit sehr vielseitig, denn auch die Erzieherinnen würden viel dazulernen. Zum Beispiel von den Mitarbeiterinnen mit Migrationshintergrund. „Wir erfahren durch sie, wie die Kindergärten in anderen Ländern funktionieren und können dann vieles besser nachvollziehen“, beschreibt Gertz die Situation.

In den Gruppen haben sich die Jungen und Mädchen vor der Aktion mit dem Thema Pegida auseinandergesetzt. Görrissen und Gertz wissen, dass es gerade jetzt wichtig ist, zu zeigen, dass man andere Kulturen akzeptiert. Die Aktion mit den Schriftzügen ist jedenfalls bei allen gut angekommen. Und sie beweist einmal mehr, dass Flensburg wirklich bunt ist.

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