St. Nikolaigilde : Wildwest im Kluesrieser Wald

Authentisch: Szene aus dem Kluesrieser Wald. Foto: oy
Authentisch: Szene aus dem Kluesrieser Wald. Foto: oy

39. Vorderladerschießen der St. Nikolaigilde / Ein Teilnehmer: "Wir haben alle den gleichen Vogel"

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27. August 2011, 04:46 Uhr

Flensburg | Im normalen Leben sind sie Werkzeugmacher, Arzt, Buchhalter oder bei der Feuerwehr. Einmal jährlich aber tauchen die gestandenen Männer und Frauen in eine andere, spielerische Welt ein, werden zu Trappern, Cowboys, Südstaatlern und Indianern. Rund 90 Vorderladerfans aus ganz Norddeutschland und Dänemark strömen am Wochenende zur altehrwürdigen St. Nikolai-Schützengilde im Kluesrieser Wald.

Anlass ist das 39. Vorderladertreffen, um sich im Wettkampf mit Gewehren, Pistolen, Revolvern und der echten Westernwaffe, der Unterhebelrepetiere zu messen. Rund 30 Baumwollzelte und Tipis verwandeln die Lichtung am Schützenheim in den gefühlten Wilden Westen des 18. Jahrhunderts. Büffelhörner zieren Zelteingänge, wie in den Weiten der Prärie wird auf offenem Feuer gekocht.

Organisator Eberhard Wenng-Kraemer (75) ist in die Uniform eines Sergeant Mayor geschlüpft. Mit Wärme und Humor erzählt er, dass die Schützengilden aus Bürgerwehren entstanden sind, mit wie viel Spaß und Hingabe die Tradition des Vorderladerschießens gepflegt wird: "Wir haben den modernsten und sichersten Schießstand der Umgebung", ergänzt er. Nicht nur das Schießen: "Allein der Ladevorgang, das grammweise Abfüllen des Schwarzpulvers in die Röhrchen ist schon etwas Besonderes", schwärmt Jaap Verhoef (61). Derweil ist der Hamburger Klaus-Dieter Will (59) vom Kommunikationsingenieur zum Western-Friedensrichter mutiert: "Wir haben alle den gleichen Vogel", sagt er schmunzelnd. In Holzschuhen und langem Rock hantiert Angelika Nolte (35, Alveslohe) vor ihrem Zelt. Ihr hat es die Gemütlichkeit des Lagerfeuers angetan: "Hier kann ich der Hektik der Zeit entfliehen."

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