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Kreis Schleswig-Flensburg : Wildschwein-Alarm in der Gartenstadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Die Wildschweine kommen!“ Alarmierende Nachrichten wie diese beunruhigen die Menschen im Stiftungsland und in der Gartenstadt Flensburg-Weiche . Experten bleiben gelassen.

Flensburg/Handewitt | Diese Spuren alarmierten die Anwohner: Im idyllischen Stiftungsland Schäferhaus, das direkt an die Gartenstadt Flensburg-Weiche angrenzt, wurden Spuren von Wildschweinen entdeckt. Sind Szenen wie in anderen Städten zu erwarten von Schweinerotten, die Gärten zerwühlen und ohne jegliche Scheu vor dem Menschen über den Inhalt von Müllkompostern herfallen? Fachleute geben Entwarnung. Es handele sich lediglich um Wechselwild, das weiterziehen werde.

„Die Wildschweine kommen – auch in bewohnten Gebieten immer näher!“ – Alarmierende Nachrichten wie diese haben Gerd Ziemann, Inhaber der Jagdpacht im südlichen Stiftungsland zwischen Flensburg-Weiche und dem Handewitter Langberg, sowie Gerd Kämmer, Direktor des Vereins Bunde Wischen, dessen Galloway-Rinder in diesem Gebiet grasen, in letzter Zeit schon öfter erhalten. Die Hinweise kommen von besorgten Anwohnern, die glauben, deutliche Fährten von Wildschweinen ausgemacht zu haben. Gleich an mehreren Stellen ist das Erdreich in dem Naturschutzgebiet, das an die Gartenstadt Weiche grenzt, nahezu aufgepflügt.

Zu den besorgten Anwohnern gehören Lene Bastiansen und Thomas Ole Hegelund, die des Öfteren auf dem einstigen Militärübungsgelände spazieren gehen. Sie befürchten, dass es nur eine Frage der Zeit sein werde, bis die Wildschweine die äußerst gelegenen Gärten in der Gartenstadt erreichen und eventuell auch auf den benachbarten Flugplatz Schäferhaus vordringen.

Sowohl Gerd Ziemann als auch Gerd Kämmer betrachten dies indes als eher unwahrscheinlich, auch wenn sie nicht ausschließen, dass sich tatsächlich Wildschweine in dem Bereich aufhalten. Sie glauben jedoch nicht daran, dass es sich um Tiere handelt, die sich dort auch ansiedeln werden: „Dazu ist das Gebiet zu klein. Zudem herrscht dort reger Verkehr mit Spaziergängern, ihren Hunden, Radfahrern und Joggern. Sollten sich dort Wildschweine aufgehalten haben, dann handelt es sich wahrscheinlich um sogenanntes Wechselwild, das auf der ’Durchreise’ ist“, wie Gerd Kämmer vermutet.

Eine Auffassung, die Gerd Ziemann teilt: Als Jäger sei er oft zu verschiedenen Zeitpunkten in diesem Gebiet unterwegs, und dabei habe er noch nie ein Wildschwein gesehen.

„Vor ein paar Wochen sah ich im nördlichen Stiftungsland westlich des Ochsenweges vier Tiere, die allerdings gen Norden in Richtung Grenze weitergezogen sind“, erzählt Gerd Ziemann. Er verweist darauf, dass man schon ein Fachmann sein müsse, um Wildschweinspuren eindeutig identifizieren zu können. Zugleich betont Ziemann, dass es keinen Grund zur Nervosität gebe, selbst wenn es sich um Wildschwein-Fährten handeln sollte: „Wildschweine sind sehr scheue Tiere, die sich normalerweise nicht in der Nähe von Menschen aufhalten. Hinzu kommt, dass diese Tiere vor allem nachts aktiv sind, um nicht gestört zu werden“, erläutert Gerd Ziemann.

Gerd Kämmer betont, dass es auch hinsichtlich des in dem Naturgebiet grasenden Galloway-Viehs keinen Grund zur Sorge gebe: Wahrscheinlich würden die Wildschweine mit den Rindern nicht in Berührung kommen.

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