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Verkehrsplanung in Flensburg : WiF: K8 muss nicht vollendet werden

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Entlastung des Taruper Ortskerns schon mit heutigem Ausbau vorhanden / Stadt plant jedoch Weiterbau für weitere Verkehrsverlagerung

shz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 06:55 Uhr

Der letzte Bauabschnitt der Taruper Umgehung (Hochfelder Landstraße) muss unter Umständen gar nicht gebaut werden – wenn es nach der Ratsfraktion „Wir in Flensburg“ (WiF) geht. Im Eifer des Gefechts um die mögliche Befangenheit des WiF-Ratsherrn Marc Paysen in Sachen K8 und Enteignung (wir berichteten) ist der inhaltliche Kern der fraglichen Ratsvorlage fast verschütt gegangen. Kein Wunder, ist sie doch als nicht öffentlich eingestuft und auch so behandelt worden.

In der fraglichen Ratsvorlage 130/2017 formuliert die WiF eine steile These: Die Stadt stellt die Planungen für den vierten und letzten Bauabschnitt der Taruper Umgehung ein, weil der damit bezweckte Entlastungseffekt für die Taruper Hauptstraße bereits eingetreten sei. Damit hätte sich auch die Quälerei um die umstrittene Enteignung des verkaufsunwilligen Anliegers erledigt, dessen Koppel für den Bau des letzten Abschnitts benötigt wird.

Zur Erinnerung: 2013 wurde der dritte Bauabschnitt der Hochfelder Landstraße, die im Planungsdeutsch K8 heißt, von der Ringstraße bis zum Tastruper Weg fertig gestellt. Autofahrer fahren dann über diese relativ schmale Straße weiter zur Taruper Hauptstraße. Das habe bereits zu einer Entlastung der in Teilen engen Taruper Hauptstraße geführt, wie auch Stadtsprecher Clemens Teschendorf bestätigt. Die Zahl der gezählten Autos ist dort von 5000 auf 2800 zurückgegangen; gleichzeitig ist sie auf dem betroffenen Nordende des Tastruper Wegs von 800 auf 2100 gestiegen. Die Zahlen stammen von der Stadtverwaltung.

Und jetzt kommt das WiF-Argument: Wenn die Entlastung bereits da ist, könne man damit nicht mehr den letzten Bauabschnitt begründen, vor allem jedoch keine Enteignung privaten Eigentums. Die dürfe nur als ultima ratio und zum Wohle der Allgemeinheit erfolgen, heißt es in der WiF-Vorlage, zu der es mittlerweile eine 1. Ergänzung gibt. Der zweite Grund für den Bau der K8 ist die Erschließung künftiger Wohngebiete im äußersten Südosten der Stadt. Die stelle aber kein Gemeinwohl dar, so die WiF-Argumentation, weil man Wohngebiete ja auch anderswo in der Stadt realisieren könne.

Die Stadt baut diese Straße mit finanzieller Förderung durch das Land. Diese Förderung ist an Bedingungen geknüpft. Die WiF befürchtet nun, dass die Förderung für den letzten Bauabschnitt in Frage gestellt werden könnte, weil ja die damit bezweckte Entlastung des alten Taruper Dorfkerns bereits eingetreten ist. Ob das Land das genauso sieht, bleibt abzuwarten.

Der zusätzliche Verkehr durch den Tastruper Weg hat zu Engpässen und Belastungen der dortigen Anlieger geführt. Kurz vor der Taruper Hauptstraße beschreibt die Straße eine S-Kurve. Auch sind hier Radfahrer, darunter Schulkinder, unterwegs. Das ist einer der Gründe, aus denen die Stadt den vierten Abschnitt trotz der WiF-Bedenken bauen will. „Wir müssen annehmen, dass die Entlastung Tarups noch deutlich besser wird, wenn wir die K8 zu Ende bauen“, sagt Teschendorf. Denn die jetzige Führung durch den Tastruper Weg belaste nicht nur dortige Anlieger, sondern sei letztlich auch für die Autofahrer „eine schlechte Abkürzung“. Erst mit der Fertigstellung der kompletten Trasse werde die optimale Entlastung erreicht, zumal Autofahrer aus Angeln dann automatisch auf die K8 geführt werden und nicht mehr den heutigen Abzweig suchen müssen.

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