zur Navigation springen

Girls’ und Boys’ Day : Wiederbeleben und Spuren sichern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beim Girls’ und Boys’ Day schnupperten Mädchen und Jungen unter anderem in Pflegeberufe hinein und begleiteten die Bundespolizei.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2016 | 11:00 Uhr

Flensburg | „Wie viele von euch möchten Polizistin werden“, fragt Bundespolizeisprecher Hanspeter Schwarz in die Runde. Eine Schülerin meldet sich, die anderen 18, die gestern den Girls’ Day bei der Bundespolizei verbracht haben, halten sich zurück. Der größte Teil der Mädchen kam von der AVS, zwei waren sogar aus Westerland angereist. Die 14- bis 15-Jährigen hatten ein volles Programm. Zuerst erfuhren sie etwas über die Arbeit der Bundespolizei, die Disposition der Fahrzeuge und durften anschließend in einem Gefangenenwagen Platz nehmen – mit geschlossenem Gitter. „Das fanden sie toll“, sagt Schwarz.

Wie die Leitstelle funktioniert und eine Fahndung abläuft, war Thema eines weiteren Blocks. Auch in die Wache, wo Straftäter bearbeitet werden, gingen die Schülerinnen. Dort scannten die Polizisten Fingerabdrücke der Mädchen ein. „Da war es ganz ruhig im Raum“, erzählt Schwarz. Anschließend durften sie selbst Fingerabdrücke auf einer Untertasse sichern und diese danach aufdecken. Der Höhepunkt waren aber Schwarz zufolge die Hunde. Nachdem eine Hundeführerin den Schülerinnen erklärt hatte, wo die Tiere in der Familie bleiben, meldeten sich drei Freiwillige, die den Beißarm anlegten. Zum Abschluss begutachteten die Mädchen die persönliche Ausstattung von Polizisten sowie die Schlagstockausrüstung. Als Schwarz am Ende des Tages nochmal nach dem Berufswunsch fragte, hoben sieben Schülerinnen die Hand.

Die Bundespolizei beteiligt sich zum elften Mal am Girls’ Day. „Wir haben in der Inspektion Flensburg zehn Prozent Frauen“, sagt Schwarz. Das solle sich ändern. Polizistinnen fehlen bei der Durchsuchung von Frauen, außerdem sei der Ton mit mehr weiblichen Kollegen anders.

Boys’ Day für die Flensburger Schüler Alexander von der KTS und Florian von der AVS. Sie übten die richtigen Schritte bei der Wiederbelebung eines Menschen mit einer Reanimationspuppe. „Wir haben hier 32 Jungs zu Gast, die Einblicke in die Pflege gewinnen möchten“, freute sich Ralph Häcker von der Pflegedirektion des Diakonissenkrankenhauses über die Resonanz. Die 32 Schüler konnten bei einem Pflegeparcours in der Diako praktische Tätigkeiten testen, bevor es über mehrere Stationen durchs Krankenhaus ging. Dazu zählten die Zentrale Notaufnahme, die Intensivstation und das Herzkatheterlabor. „Wir wollen die Vielfalt der Pflege zeigen und damit das Interesse wecken für Pflegeberufe“, sagt Ralph Häcker. „Wir haben uns ja schon in den vergangenen Jahren am Boys’ Day beteiligt.“ Offenbar mit Erfolg: „Wir finden bei Bewerbungen immer wieder Hinweise auf eine frühere Teilnahme.“

In der Marineschule Mürwik und bei der Bundespolizei blickten 32 Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren in zwei typische Männerberufe hinein. Mit den Soldaten fuhren sie im Kraftboot über die Förde, das sie auch mal steuern durften, und erfuhren, wie sie richtig marschieren. Bei einem Spiel mit verbundenen Augen lernten die Mädchen, im Team zu arbeiten und eine Hierarchie aufzustellen. Zum Abschluss ging es auf den Turm.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen