Premiere: : Wie Simon Faber zum Aktionär wurde

Der Deal ist perfekt: Marketing-Chef Jan Christoph Aue übergibt die FlensCase-Aktie zum Preis von zehn Euro an Oberbürgermeister Faber.
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Der Deal ist perfekt: Marketing-Chef Jan Christoph Aue übergibt die FlensCase-Aktie zum Preis von zehn Euro an Oberbürgermeister Faber.

Zwölf AVS-Schüler wollen mit der Firma „FlensCase“ zu erfolgreichen Jungunternehmern werden

shz.de von
17. Januar 2015, 08:36 Uhr

Er hat in seinem ganzen Leben noch nie spekuliert – jedenfalls nicht an der Börse. Doch nun kam Simon Faber in den Besitz seiner ersten Aktie wie die Jungfrau zum Kind. Der Oberbürgermeister wurde von einer Delegation mit Schülern der Auguste-Victoria-Schule heimgesucht, die ihm das Wertpapier zum Ausgabepreis von schlappen zehn Euro überreichten. Kurssteigerungen sind programmiert und somit auch später Wohlstand und Reichtum des Verwaltungschefs.

Das Projekt des 10. und 11. Jahrgangs sieht vor, mit exklusiv designten Handyhüllen zu reüssieren. Sie werden in Schrift, Bildern und Farbe individuell gestaltet und sind für alle Fabrikate geeignet. „Auch für ein altes Nokia?“, wollte Faber wissen. Doch da erntete er nur einträchtiges, ja mitleidiges Kopfschütteln. Aber ein iPad auszustatten, das wäre kein Problem.

Marketing-Chef Jan Christoph Aue preist das hochwertige Material. „Die Plastikhülle wird von einem Speziallack geschützt, garantiert Langlebigkeit und ist absolut witterungsbeständig“, sagt er. 20 Euro wird ein Exemplar, das in Zusammenarbeit mit einer Hamburger Firma endproduziert wird, kosten. Auf einen ersten Großauftrag des angesagten Surfer-Labels Quiksilver können die Jungunternehmer bereits mit Stolz verweisen. „Und wenn es sein muss, legen wir dafür auch Nachtschichten ein“, sagen die Geschäftsführer Niklas Franke und Oke Schmidt unisono.

Chef-Designerin Kaja Fink entwirft derzeit Flyer und Karten zu Werbezwecken – inklusive Logo, an dem noch gebastelt wird. „Es soll auf jeden Fall Flensburg-typisch sein.“ Elemente wie das Nordertor, der Wasserturm, die Marineschule oder eine der Stadtkirchen sind im Gespräch.

Ein Großteil der 90 Aktien ist bereits vergriffen, das Startkapital beträgt mithin 900 Euro. Wie bei einer Aktiengesellschaft wird es eine Hauptversammlung (29. Januar) für alle Anteilseigner geben, also auch für den OB, der zu kommen verspricht, um sich über Konzept wie erste Ergebnisse auf dem Laufenden zu halten und sein Stimmrecht wahrzunehmen. Schließlich will er an der Kapitalausschüttung kräftig partizipieren. Die wird unmittelbar vor den Sommerferien stattfinden, denn zum Ende des Schuljahres endet das ehrgeizige Projekt. „Das ist eine einmalige Chance, Erfahrungen in der Wirtschaft zu sammeln“, sagt Oke Schmidt. Simon Faber nickt: „Der Aspekt, unternehmerisch zu denken, kommt in der Schule zu kurz.“

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