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Satrup : Wie Schüler die Freude am Lernen wiederfinden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Wenn die Null-Bock-Phasen bei Schülern zum Problem wird, bringt Pädagogin Marlene Brammer vom Bernstorff-Gymnasium sie wieder in die Spur.

Mittelangeln | „Null-Bock-Phasen bei Kindern sind eine natürliche Entwicklung“, weiß Bernstorff-Schulleiterin Barbara Langlet-Ruck. Wenn sie jedoch zur Dauererscheinungen werden, wird es zum Problem. Die Hausaufgaben werden nicht gemacht, der Unterricht geschwänzt, die Kinder kapseln sich ab, hängen mit dem Smartphone ab. Marlene Brammer, langjährige Pädagogin am Bernstorff-Gymnasium und Mittelstufenleiterin, kennt die Probleme in der pubertären Phase aus ihrer langjährigen beruflichen Erfahrung. Vor zwei Jahren hat sie vom „Ich schaff’s“-Programm erfahren und an Weiterbildungsmaßnahmen zu diesem Thema teilgenommen. Seit zwei Jahren kümmert sie sich nun gezielt um die Null-Bock-Schüler.

Wer im Unterricht die typische Verweigerungshaltung zeigt, obwohl er durchaus in der Lage ist, Leistung zu bringen, wird nach Rücksprache mit den Lehrern und Eltern von der Schule zur Teilnahme am „Ich schaff’s“-Projekt verpflichtet. Zehn Wochen treffen sich etwa 15 Schüler einmal in der Woche zu einer Gesprächsrunde mit Marlene Brammer.

Zu dieser Gruppe gehörte in den vergangenen Wochen Justin, dessen Zeugniszensuren in den Keller gingen, der den Unterricht schwänzte und lieber in Flensburg abhing. Heute ist er froh, diese Zeit hinter sich und klare Ziele vor sich zu haben. Die motivierende Hilfe hat bei ihm zum Umdenken geführt. Emily dagegen hat ihre Negativphase noch nicht völlig überwunden, ist aber soweit, dass sie in der Gruppe bleiben will. Bei manchen ist es nicht die Null-Bock-Phase, sondern, wie bei Nantke, eine längere Erkrankung die zum Leistungsabfall führt. Durch die von Marlene Brammer aufgezeigten organisatorischen und strukturellen Wege hat sie wieder den Anschluss gefunden.

Zeit und die Möglichkeit auf die individuellen Probleme der Schüler eingehen zu können, begründet die Erfolgsgeschichte des Projektes „Ich schaff’s“ berichtet die Pädagogin. Was kann ein Schüler gut und welche Fähigkeiten hat er, die sich auf den schulischen Stoff beziehen, sind der Einstieg. Dann werden praktische Hilfen aufgebaut, die Lernstruktur verdeutlicht und verbessert. Für Marlene Brammer ist jeder Schüler eine Herausforderung, denn er muss überzeugt und gewonnen werden zum Mitmachen.

Stellen sich dann erste Erfolge ein, ist das Tief meist überwunden, denn Erfolg macht Spaß und motiviert. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir über 100 Schüler wieder auf die Spur gebracht“, berichtet Brammer zufrieden. Schulleiterin Langlet-Ruck bekräftigt die Initiative des Bernstorff-Gymnasium, für die es keine zusätzlichen Stunden oder Unterstützung gibt, sondern die ausschließlich auf Eigeninitiative beruht.

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