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Der Förde-Test : Wie sauber ist das Flensburger Badewasser?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit Ute Schrader-Bechstein vom Gesundheitsamt auf Kontrollgang am Ufer des Ostseebad-Strands

shz.de von
erstellt am 25.Jul.2017 | 05:38 Uhr

Sommer im Norden Schleswig-Holsteins – jedenfalls vor einigen Tagen: 25 Grad Celsius im Schatten, blauer Himmel, keine Wolken. Eine leichte Brise weht. Der perfekte Tag, um an den Strand zu fahren und ein Bad in der Förde zu nehmen. Doch wie sieht es mit der Qualität unseres Badewassers aus? Kann man bedenkenlos ein Bad in der Förde nehmen?

Wir haben uns mit Dr. Ute Schrader-Bechstein vom Gesundheitsamt der Stadt Flensburg am Ostseebad-Strand getroffen. Alle zwei Wochen entnimmt sie hier und gegenüber in Solitüde Wasserproben, die in einem Labor in Kiel untersucht werden.

Zunächst werden die Luft- und die Wassertemperatur werden gemessen. Dann die Prüfung auf den ersten Blick: Schwimmen Abfälle im Wasser? Könnte es von Blaualgen befallen sein? Wie sieht es mit der Sichttiefe aus? Ist viel Seegang? Woher weht der Wind?

Am diesem frühen Morgen Mitte Juli ist es noch ruhig am Ostseebad. Ein paar FKK-Badegäste genießen den morgendlichen Sprung von der Seebrücke – bei 16 Grad Luft- und immerhin 17 Grad Wassertemperatur. Es weht kaum Wind, Wellen sind Mangelware.

Ute Schrader-Bechstein lässt an einer langen Leine eine sogenannte Secchi-Scheibe in die Tiefe sinken. Nach gut zwei Metern verschwindet die Scheibe. Das heißt: Das Wasser ist relativ klar. Dann wird aus 30 Zentimetern Wassertiefe eine Probe entnommen und steril verschlossen. Sie soll später im Labor des Universitätsklinikums in Kiel untersucht werden.

„Die heutigen Ergebnisse für diesen Ort werden später für die Badegäste hier aushängen“, sagt die Teamleiterin aus dem Bereich Infektionsschutz, Hygiene, Umweltmedizin. Alternativ sind alle Messwerte auch im Internet auf der Seite des Landes Schleswig-Holstein zu finden.

Grundsätzlich seien die Werte für die Flensburger Badegewässer ausgezeichnet. Die Grenzwerte werden in Flensburg bei weitem nicht erreicht.

Das sei nicht zuletzt umweltbewusstem Verhalten von Badegästen zu verdanken. Oder denjenigen, die den Abfall von anderen weg räumen. Denn oft halten Strandbesucher es nicht für notwendig, ihren Grillabfall, Eisverpackungen, leere Sonnencreme-Tuben und Zigarettenstummel wieder mitzunehmen oder in den Mülleimern zu entsorgen.

Auch Hundekot und Urin können die Messwerte erhöhen. Besonders bei Regen gelangen Bakterien ins Wasser, die Auswirkungen auf die Wasserqualität haben.  

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