Alte Schule : Wie die Niehuuser die älteste Schule Harrislees retteten

Der komplette Vorstand des Fördervereins Alte Schule Niehuus: v.li. Stefanie Dibbern, Kirsten Roes, Klaus Torp, Dr. Dietmar Höhne, Hartmut Markus, Jörgen Torp, Felicitas Gloyer, Karl H. Rathje, Malies Voss, Dr. Jochen Daniels
Der komplette Vorstand des Fördervereins Alte Schule Niehuus: v.li. Stefanie Dibbern, Kirsten Roes, Klaus Torp, Dr. Dietmar Höhne, Hartmut Markus, Jörgen Torp, Felicitas Gloyer, Karl H. Rathje, Malies Voss, Dr. Jochen Daniels

Das Gebäude von 1913 in der Gemeinde Harrislee sollte den Plänen für fünf Bauplätzen weichen – jetzt füllt es ein eigener Förderverein mit Leben.

Carlo Jolly. von
28. Januar 2015, 14:30 Uhr

Rund 600 000 Euro hat sich die Gemeinde Harrislee vor rund vier Jahren ein neues Feuerwehrgerätehaus für die Niehuuser Ortswehr kosten lassen – mit zwei Stellplätzen für Löschfahrzeuge, Schulungs- und Sozialräume inklusive Dusche und Büro. Das alte Gerätehaus auf dem idyllischen Gelände der alten Schule Niehuus war für die Notwendigkeiten einer modernen Wehr im Niehuuser Dorfkern am Schlossberg nicht mehr nachrüstbar.

Parallel zur Wehrplanung reifte in der Harrisleer Politik die Idee, wie die wirtschaftende Gemeinde das kleine Finanzloch schnell würde stopfen können: Fünf exklusive Baugrundstücke würden jene 600  000 Euro Investitionskosten schnell wieder hereinholen. Schließlich geht das Niehuuser Schulgelände am Schlossberg im Norden direkt in das Tal der Krusau über, die hier in das eiszeitlich entstandene Tunneltal übergeht. Die Pläne für vier oder fünf Häuser sollen bereits auf dem Tisch des früheren Bürgermeisters gesichtet worden sein.

Im Frühjahr 2009 erreichten den damaligen Bürgermeister Wolfgang Buschmann die ersten 154 Unterschriften der „Interessengemeinschaft Niehuus“, die sich neben dem Schulgebäude selbst auch um das komplette erhaltene Nebengebäude, die große Obstbaumwiese und den Übergang zum Landschaftsschutzgebiet um Krusau und das angrenzende Tunneltal einsetzten.

In der Folge gelang es der IG Alte Schule Niehuus, das Gebäude wieder mit Leben zu füllen. Open Air des Kulturschuppens, Plattdeutscher Abend – vor allem das Programm im Jahr des 100. Schulgeburtstags 2013 überzeugte Politik und Verwaltung im fernen Harrisleer Bürgerhaus. „Es gab schon eine Abrissgenehmigung für des Feuerwehrgerätehaus“, erinnert Felicitas Gloyer, die zu den Aktiven der ersten Stunde gehört. Heute sei man froh, das Haus bei Freiluftveranstaltungen und als Unterstand nutzen zu können.

„Der Gemeinderat hat damals natürlich über die Refinanzierung für das neue Gerätehaus nachgedacht“, erinnert sich auch Bürgervorsteher Karl H. Rathje. Einen wie er, der 47 Jahre in Niehuus wohnt, in eine Ur-Niehuuser Familie eingeheiratet hat und der als Feuerwehrmann einst selbst half, das Klassenzimmer zu tapezieren, dürfte die Entwicklung der vergangenen vier Jahre doch gefreut haben. Rathje holt einen Aktenordner mit historischen Dokumenten hervor: „Es ist ja das letzte von vier alten Schulgebäuden in Harrislee“, sagt er und zeigt ein altes Foto der früheren Schule Kupfermühle – ein Haus fast im Jugendstil.

Jetzt hat er ein neues Ehrenamt: Der Bürgervorsteher ist Gründungsvorsitzender des neuen Fördervereins Alte Schule Niehuus, der noch ins Vereinsregister eingetragen werden muss. Über 40 Interessierte kamen zur Gründungsversammlung, 31 Anwesende traten spontan bei. Der Vorstand (Foto oben) ist zehnköpfig, sogar Kassenprüfer gibt es mit Julius Sörensen und Adele Siemers bereits.

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