Stadtplanung in Flensburg : Widerstand gegen Pläne für den Twedter Plack

Gegen die Spaltung: Kim Harder von der IG Twedter Plack wünscht sich hier einen Zebrastreifen  und eine Verbindung zum Aldi-Edeka-Komplex.
Gegen die Spaltung: Kim Harder von der IG Twedter Plack wünscht sich hier einen Zebrastreifen und eine Verbindung zum Aldi-Edeka-Komplex.

Eine neue Interessengemeinschaft möchte die dauerhafte Spaltung des Stadtteilzentrums in Flensburg-Mürwik verhindern. Schon heute besteht der Twedter Plack aus zwei Zellen.

shz.de von
11. März 2014, 08:00 Uhr

Am Twedter Plack schlägt das Herz von Mürwik. Oder sind es zwei? Diese Befürchtung hegt die vor wenigen Tagen gegründete Interessengemeinschaft von 45 Kaufleuten und Hausbesitzern. Sie wendet sich gegen Teile der städtischen Pläne für das neue Einkaufszentrum von Edeka und Aldi, das die Zweiteilung des Placks für weitere 50 Jahre zementieren würde, so Apotheker Kim Harder, der Sprecher der neuen IG.

Schon heute besteht das Stadtteilzentrum aus zwei Zellen: im Osten der kleinteilige Marrensdamm mit vielen Geschäften und dem neuen großen Sky-Markt am Ende. Im Westen, getrennt durch die Bebauung an der Straße Friedheim, liegt das Grundstück mit Aldi, Edeka, Rossmann und wenigen kleinen Läden. Schon seit längerem befasst sich die Stadt, zusammen mit dem Grundstückseigentümer, mit einer Erneuerung dieser Fläche. Mit der einher soll nach derzeitigem Stand der Planung eine Verdoppelung der Verkaufsfläche gehen, weil zusätzlich zu Aldi und Edeka ein weiterer Geschäftsbau mit allein 800 qm im Erdgeschoss dazu kommt.

Der soll das bisherige Aldi-Gebäude ersetzen, aber deutlich größer werden. Für Harder und die IG böte sich die Chance, mit der Neuplanung die beiden Zentren des Placks zu verbinden. Denn die Reihenhäuser Friedheim 4 bis 4c werden abgerissen; hier könnte man eine Lauf- und Sichtachse vom Marrensdamm zum Aldi/Edeka-Areal schaffen.

„Schon heute queren hier sehr viele Menschen die Straße Friedheim“, sagt Harder, „hier müsste dringend ein Zebrastreifen hin.“ Stattdessen gibt es um die Ecke am Marrensdamm zwei bestehende wenige Meter voneinander entfernt. Ein ausreichend breiter Durchgang würde die Teilung des Stadtteilzentrums nach Harders Überzeugung aufheben. Doch im Weg steht nach der städtischen Planung der Neubau an der Fördestraße, der sich weit nach Süden erstreckt.

Doch die IG hat mit diesem Gebäude ein weiteres Problem. „Wir haben schon heute relativ viele Leerstände, derzeit fünf“, erklärt Harder. „In den letzten sieben Jahren hatten wir zudem 18 Geschäftsaufgaben“, ergänzt er. Gleichzeitig habe sich das Mietniveau halbiert. Dadurch habe die Investitionsbereitschaft der Eigentümer „sichtbar“ abgenommen. Der IG-Sprecher befürchtet, dass durch eine deutliche Erhöhung der Verkaufsfläche der Druck auf die bestehenden Geschäfte zunimmt.

Harder schlägt eine deutliche Verkleinerung des neben Aldi und Edeka dritten Neubaus auf dem Areal vor – nicht zuletzt, um die Zahl der Stellplätze zu erhöhen. Die werde nämlich in der Neuplanung um 20, entsprechend 13 Prozent erhöht, während die gewerbliche Fläche (incl. Büros und Praxen) um 100 Prozent erhöht werde.

Und noch etwas wundert Harder: Die betagten Reihenhäuser Friedheim 4 bis 4c gehören nicht zur Fläche des Bebauungsplans, sondern sind ausgespart. Im Flächennutzungsplan sind sie aber bereits Teil des Sondergebiets Einzelhandel. Harder fragt sich jetzt, ob hier durch die Hintertür die Verkaufsfläche nochmal um 600 Quadratmeter erhöht werden soll. Eine Antwort darauf hat er noch nicht bekommen. Am vergangenen Dienstag wurde das Thema im Planungsausschuss abgesetzt.

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