Sonwik : Wettbewerb um die Nordmole geht weiter

Bauplatz im Wasser: Auf der etwa 75 Meter langen Nordmole in Sonwik (rechts im Bild) ist Platz für fünf weitere Wasserhäuser – oder für eine prächtige Villa.
Bauplatz im Wasser: Auf der etwa 75 Meter langen Nordmole in Sonwik (rechts im Bild) ist Platz für fünf weitere Wasserhäuser – oder für eine prächtige Villa.

Der Planungsausschuss beendet den langen Dissens über die weitere Bebauung mit einem Kompromiss.

shz.de von
07. März 2014, 08:15 Uhr

Auf der Nordmole in Sonwik hat die Stadt jetzt einen Weg gefunden, wie sie doch die ursprünglich geplanten fünf Wasserhäuser durchsetzen, aber auch dem Eigentümer ein einzelnes, größeres Haus ermöglichen kann. Damit erreichen die Fraktionen von WiF, Grünen und SPD ihr Ziel, „den durch einen juristischen Winkelzug ausgehebelten Vertrag wieder in geltendes Recht zu verwandeln.“

Was war geschehen? Für den Stummel der Nordmole hatte die Stadt im Jahr 2002 fünf weitere Wasserhäuser vorgesehen, die das Sonwik-Konsortium aber nie gebaut hat. Das städtische Ziel war in einem Durchführungsvertrag festgehalten worden. Dann hat Sonwik den Nordstummel an die Flensburger Familie Lassen verkauft, die im Kapitänshaus in Sonwik wohnt (wir berichteten); das Konsortium hat dabei aber versäumt, den neuen Besitzer in die Rechtsnachfolge des Durchführungsvertrages zu übernehmen. Dieser gilt mithin nicht für den neuen Eigentümer, sondern nur der alte Bebauungsplan. Und der ist so gehalten, dass innerhalb der gesetzten Baugrenzen statt fünf einzelner Häuser auch ein einziges großes Haus gebaut werden könnte.

Hierfür hat der Architekt Henning Prey einen Entwurf für eine üppige, repräsentative Wasservilla vorgelegt, der sich an die Formensprache der Wasserhäuser anlehnt, geringfügig höher ist, insgesamt aber deutlich weniger Fläche als die fünf Wasserhäuser überbaut. In den Gremien der Stadt – auch im Gestaltungsbeirat – stieß dieser Entwurf jedoch nicht auf ungeteilte Zustimmung.

Der Planungsausschuss der Ratsversammlung hat jetzt jedoch eine Öffnungsklausel beschlossen. Demnach kann der Bauherr versuchen, über einen mit der Stadt abgestimmten Wettbewerb zu beweisen, dass auch etwas anderes als die fünf Wasserhäuser bei entsprechender Gestaltungsqualität verträglich ist. Das sei „kein Freifahrtschein“, betonte Chefplaner Peter Schroeders im Ausschuss, sondern ein „Entgegenkommen“. Gleichzeitig bleibe die Steuerungsfähigkeit der Stadt auf der Nordmole gewahrt.

Allerdings: Der Kern des am Dienstag gefassten Beschlusses sieht einen neuen Bebauungsplan für die Nordmole vor, der die Umsetzung der Ziele des Durchführungsvertrages sicherstellen soll – also fünf weitere Wasserhäuser. Die wird der jetzige Besitzer der Mole aber mit Sicherheit nicht bauen, wie er gegenüber dem Tageblatt deutlich gemacht hat. Am 13. März muss sich die Ratsversammlung mit dem Thema befassen.

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