Volkspark : Wettbewerb solls bringen

Wildwuchs statt Wohnbebauung: Bevor am Wasserturm ein neues Wohngebiet entstehen kann, muss die Stadt sich mit dem Eigentümer der Kolonie 114 einigen. Foto: Euler
Wildwuchs statt Wohnbebauung: Bevor am Wasserturm ein neues Wohngebiet entstehen kann, muss die Stadt sich mit dem Eigentümer der Kolonie 114 einigen. Foto: Euler

"Verdichtetes Wohnen" lautet das Motto für das Neubaugebiet am Volkspark. Ein Wettbewerb soll konkrete Ideen liefern. Wann gebaut wird, ist aber völlig unklar.

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18. Juni 2009, 11:40 Uhr

Flensburg | Bebauungspläne werden schon seit Jahren diskutiert, 2007 hatten Bagger und Planierraupen in der Kolonie 114 erste grundlegende Tatsachen geschaffen. Seitdem lag das Projekt "Wohnen am Volkspark" auf Eis: Die Politik wollte erst einmal das Kleingartenentwicklungskonzept abwarten.

Jetzt könnte es auf dem knapp 3,7 Hektar großen Gelände der Kolonien 114 und 79a endlich losgehen: Nach Auskunft von Frank Markus Döring (CDU), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Planen, gibt es auch schon erste Ideen.

"Flächensparendes, verdichtetes und ökologisches Bauen" - auf dieses Leitmotto habe sich die "Arbeitsgruppe Siedlungsvorsorge" aus Mitgliedern aller Ratsfraktionen kürzlich verständigt. Döring: "Um weitere Neubaugebiete am Stadtrand zu verhindern, müssen wir die Fläche in dieser super Lage vernünftig ausnutzen." Einfamilienhäuser mit großzügigen Grundstücken, wie sie in anderen Neubaugebieten errichtet würden, werde es wohl nicht geben. Angedacht sei stattdessen "eine Mischung aus Geschossbau und Stadthäusern", sagt Döring, die sich, etwa durch eine versetzte Bauweise, vom klassischen Reihenhaus unterschieden.
Diversität für Städteplaner nicht optimal
Anders als auf dem ehemaligen PH-Gelände müsse am Volkspark auch strikt auf "Einheitlichkeit" geachtet werden. "Verschiedene Baustile sind für die Bewohner schön, aber städteplanerisch nicht optimal."

Bis es soweit ist, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Grund dafür sind laut Döring die "schwierigen Eigentumsverhältnisse" am Wassertum: Während sich die nur 4800 Quadratmeter große Kolonie 79a im Besitz der Stadt befindet, gehört die ehemalige Nr. 114 mit ihren 3,2 Hektar einem Privateigentümer aus Hamburg. Ihm wolle die Stadt die Fläche am liebsten abkaufen, um das Gebiet als Ganzes vermarkten zu können, sagt Döring. Nur: Es hake am Preis.

Für die Politik sei aber nicht entscheidend, ob Wettbewerb und spätere Vermarktung der begehrten Fläche allein unter der Regie der Abteilung Kommunale Immobilien laufe. Ebenso könnte auch der Eigentümer in Kooperation mit der Stadt den Wettbewerb ausloben. "Hauptsache, es geht bald los", sagt der Ausschussvorsitzende. Um die stockenden Verhandlungen wieder in Gang zu bringen, führe er zurzeit Gespräche mit dem Hamburger, der pflichtgemäß die Kosten für die Räumung der Kolonie und die Entschädigung der Kleingärtner übernommen habe.

Rathaussprecher Thomas Hansen wollte sich gegenüber unserer Zeitung nicht zu den laufenden Verhandlungen äußern. "Es gibt viele Alternativen. Ob die Stadt das Gelände kauft und wie es vermarktet wird, ist noch völlig offen. Zuerst müssen wir das Votum der Politik abwarten."

Bevor es soweit ist, brauchen auch die verbliebenen fünf von ehemals 13 Pächtern in der Kolonie 79a nicht um ihre Parzellen zu bangen: Ihnen werde erst gekündigt, wenn es einen konkreten Bebauungsplan gebe, sagt Hansen.

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