Wertvolle Zeit für Familien bei den Dinos

Harrisleer Familienausflug: Die Resonanz auf das Angebot, die Tolk-Schau zu besuchen trifft auf große Resonanz.
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Harrisleer Familienausflug: Die Resonanz auf das Angebot, die Tolk-Schau zu besuchen trifft auf große Resonanz.

Still und leise haben Harrisleer Partner ein Projekt zur kulturellen Teilhabe etabliert

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06. September 2018, 19:48 Uhr

Es war einmal ein Märchenwald, 1963. Er verwandelte sich in einen Erlebnispark mit Achterbahn, Dinosauriern und Schildkröten. Wer schon mal dort war, hat die Tolk-Schau bei Schleswig längst erkannt. Und weiß, dass eine vierköpfige Familie mehr als 80 Euro Eintritt bezahlt.

Nicht jeder leistet sich das einfach so. Ganz leise haben mehrere Partner darauf reagiert und 2016 ein Projekt zur kulturellen Teilhabe entwickelt, das im Sommer zum dritten Mal in optimierter Form stattfand. Utta Weißing, Harrisleer Gleichstellungsbeauftragte, Lena Dost vom Familienzentrum und Volker Syring von der Bildungslandschaft Harrislee ermöglichen damit zwölf bis 15 Familien, einen Tag im Freizeitpark Tolk-Schau zu verbringen.

Junge Familien haben genügend Hürden im Alltag zu überwinden, sagt Volker Syring, deshalb seien die Partner bestrebt, ein so barrierearmes Angebot wie möglich zu unterbreiten. Ihres Wissens sei ein solcher kostenloser Familienausflug einzigartig in Harrislee, ergänzt Lena Dost.

Zur Premiere allerdings hatten die Familien noch eine Eigenbeteiligung zu tragen; auch deshalb konnten anfangs zwei Busse für rund 100 Teilnehmer gestellt werden. Dass der Ausflug in den Folgejahren kostenfrei wurde, sei vor allem dem finanziellen Engagement des Flensburger Lions-Clubs Alexandra zu verdanken. Anke Edelhoff von den Lions kann fürs nächste Mal noch nichts versprechen, ist aber zuversichtlich. Aus Sicht der Lions würde sie sich wünschen, besser über den Spendenbedarf der vielen kleinen Vereine und Initiativen informiert zu sein, vielleicht in Form einer zugänglichen Übersicht über Bedarf und Spendenaufkommen.

Dass die Spende beim kleinen, feinen Tolk-Schau-Projekt gut angelegt ist, zeigen die durchweg positiven Rückmeldungen, sagt Lena Dost und beziffert das Budget auf 1000 Euro – zuzüglich der Unterstützung durch Bildungslandschaft und Familienzentrum. Die einzige Bitte, die die Familie erfüllen können, aber nicht müssen, ist, Salat oder Kuchen zum Buffet beizutragen.

„Die Kinder genießen das, dass sie sich auf dem Gelände frei bewegen können. Und die Eltern kommen mit uns ins Gespräch“, beobachtet Utta Weißing auf den Ausflügen. Sei der erste Kontakt hergestellt, kommen Mütter und Väter mit ihren Fragen eher erneut auf sie zu. Die Kinder sind an einem solchen Tag „ein Stück größer als sonst“, unterstreicht Anika Nissen, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt beim Jobcenter des Kreises, den Wert des Angebots und der gemeinsamen Zeit für die Familie – auch wenn das Angebot nicht im strengen Sinne unter Arbeitsvermittlung falle.

Falls die Nachfrage die rund 40 Plätze im nächsten Jahr übersteigen sollte, sind sich alle einig: „Wir bekommen das finanziell hin.“


Lena Dost: fz-harrislee@mail.de

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