Präventionspaket : Werkzeuge gegen Rechts

Wollen rechten Tendenzen bei Jugendlichen vorbeugen: Schulleiter Thorge Arp (v.l.), Schulrat Hans Stäcker, Christian Ide vom Kinder- und Jugendbüro, Schulsozialarbeiterin Tina Röper und die stellvertretende Schulleiterin Berit Kleenlof.  Foto: mbo
Wollen rechten Tendenzen bei Jugendlichen vorbeugen: Schulleiter Thorge Arp (v.l.), Schulrat Hans Stäcker, Christian Ide vom Kinder- und Jugendbüro, Schulsozialarbeiterin Tina Röper und die stellvertretende Schulleiterin Berit Kleenlof. Foto: mbo

Kinder- und Jugendbüro stattet Schulen und Jugendverbände mit Präventionspaket aus.

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12. März 2013, 08:44 Uhr

Flensburg | Manchmal ist es die scheinbar unauffällige Schmiererei an der Tafel. Oder die Textzeile, die erst auf den zweiten Blick rechtes Gedankengut offenbart. "Die rechte Szene ist undurchsichtiger und die Symbole subtiler geworden", sagt Christian Ide vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Flensburg. Vor allem jüngere Menschen geraten über die sozialen Netzwerke schnell in die falschen Kreise - und selbst für Erwachsene wird es immer schwerer, rechte Symbole und Codes zu entschlüsseln.

Mit dem Präventionspaket "Bausteine gegen Rechtsextremismus" soll Licht in dieses Dunkel kommen. Die Box mit verschiedenen Informationsheften und einer DVD wurde vom Kinder- und Jugendbüro speziell für die Region zusammengestellt und richtet sich an Pädagogen, die für rechte Symbole und den Umgang damit sensibilisiert werden sollen. "Flensburg hat kein Problem mit Rechts extremismus", erklärt Christian Ide. "Aber damit das so bleibt, müssen wir aktiv werden - denn die latente Gefahr ist immer da."

Rund 50 der Präventionspakete sollen bis zum Sommer in den weiterführenden Flensburger Schulen, der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugendverbandsarbeit verteilt werden. Als erstes hat gestern die Gemeinschaftsschule West das Set entgegen genommen - "und es soll nicht in einer Ecke verstauben, sondern im Lehrerzimmer für alle verfügbar sein und weiter befüllt werden", wünscht sich Schulrat Hans Stäcker. Dafür will nicht zuletzt Tina Röper sorgen, die als Schulsozialarbeiterin weiß, "wie wichtig die Aufklärungsarbeit mit den Schülern ist." Sie hat beobachtet, dass Jugendliche über das soziale Netzwerk Facebook subtile Anfragen erhalten, hinter denen sich rechte Tendenzen verbergen. "Und sie wissen oft gar nicht, was dahinter steckt." Passend dazu plant Schulleiter Thorge Arp bereits eine ganze Präventionswoche, in der Rechtsextremismus und Medien Schwerpunkt sein sollen - und die Materialien aus der Box sicherlich intensiv zum Einsatz kommen.

Mit den "Bausteinen gegen Rechtsextremismus" ist die Stadt Vorreiter einer Präventivinitiative, die im Anschluss an den Projektstart in Flensburg landesweit von der Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein umgesetzt werden soll.

Und wie geht ein Lehrer nun mit rechtsextremen Symbolen im Klassenraum um? "Das ist eine ganz individuelle Geschichte", sagt Thorge Arp. "Auf jeden Fall gilt: thematisieren und aufgreifen - und nicht einfach nur wegwischen."

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