zur Navigation springen

Stadtteilzentrum Neustadt : Werftstraße sackt im Zeitraffer ab

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Straßenbauarbeiten ruhen: Eine 5000 Kubikmeter große Sandlast soll die erwarteten Setzungen der neuen Straße vorwegnehmen.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2013 | 10:30 Uhr

An der Werftstraße kann man derzeit ein seltenes Schauspiel beobachten. Man muss allerdings genau hinschauen, um etwas zu sehen. Ein paar Meter entfernt lasten 5000 Kubikmeter Kies schwer auf der künftigen Trasse der Werftstraße, um einen Prozess vorweg zu nehmen, der sonst Jahre und Jahrzehnte dauern und unangenehme Folgen für die Straße, die Autofahrer und die Stadtkasse nach sich ziehen würde. „Anfangs betrugen die Setzungen 12 Millimeter pro Woche, zuletzt im Herbst waren es nur noch 1,5 Millimeter“, berichtet Stefanie Hagen, bei der Flensburger Gesellschaft für Stadterneuerung (FGS) zuständig für das Projekt Werftstraße.

Bodengutachten hatten ergeben, dass der Untergrund am nördlichen Ende der Werftstraße nicht so tragfähig ist wie etwas weiter südlich. Hätte man hier die neue Straße gebaut, wäre es – wenn auch erst Jahre später – zu Setzungen von mehreren Zentimetern oder gar Dezimetern gekommen. Vermutlich hätte die Straße relativ bald aufwendig saniert werden müssen. Um dies zu umgehen, riet der Gutachter zu einer besonderen Maßnahme: Die zu erwartenden Setzungen werden vorweggenommen, indem man richtig viel Kies auf die Fläche aufbringt. „5000 Kubikmeter auf einer Länge von rund 100 Metern, bis zu drei Meter hoch“, so Stefanie Hagen. Im Juni wurde der Kies in Massen herbei gekarrt und aufgeschichtet. Ab 25. Juni wurde im Wochenrhythmus gemessen.

Hoffnungen, dass die Setzungen noch in diesem Jahr zum Stillstand kommen würden, hätten sich nicht bewahrheitet, sagte FGS-Geschäftsführer Helmut Pagel. „Da haben wir kein Grünes Licht vom Gutachter bekommen.“ Deshalb bleibt der Kies noch einige Wochen an Ort und Stelle, bevor er „im zeitigen Frühjahr“, so Hagen, wieder abgetragen wird. Die Straße werde dann voraussichtlich im Sommer 2014 fertig. Hagen ist sehr zufrieden mit dem zeitlichen Ablauf, zumal es für die Tiefbauer einige Überraschungen gab. „Es wurden Reste alter Fundamente und ein Öltank gefunden. Zum Glück keine Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Munitionsräumdienst hatte die Bauteams entsprechend vorbereitet.“

Die Verlegung des kurzen Abschnitts der Werftstraße nach Nordosten wurde erforderlich, weil das neue Stadtteilzentrum Neustadt zwischen Gasstraße, Feldstraße und Werftstraße sonst nicht genug Platz hätte. Die bislang an der Neustadt angesiedelten Edeka- und Aldi-Märkte werden hierher verlagert. Beide können sich an ihren bisherigen Standorten nicht weiter entwickeln, zudem möchte die Stadt die Straße und das gesamte Viertel aufwerten. Ein städtebaulicher Wettbewerb soll im kommenden Jahr ergeben, was hier gebaut werden wird.

Mit der Verlegung der Werftstraße einher geht eine Verlagerung der Einmündung des Brauereiweges nach Norden (siehe Karte). Damit wird dem Schwerlastverkehr das Rechtsabbiegen zur Apenrader Straße und damit zur B 200 erleichtert; gleichzeitig soll ihm die Fahrt durch die Gasstraße und die Harrisleer Straße hinauf vermiest werden. Direkt an der neuen Einmündung entsteht ein neuer Busparkplatz. Die verbleibende Fläche zum Galwik-Park wird als Gewerbegrundstück von der Stadt vermarktet.

Mit dem Abbruch der alten Aral-Tankstelle an der Gasstraße wurde eine weitere Voraussetzung für den Bau des Einkaufszentrums geschaffen. „Es kann durchaus sein, dass mit dem Bau eines der beiden Marktgebäude bald begonnen wird“, sagte Helmut Pagel.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen