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Flensburger Tageblatt

18. Dezember 2017 | 23:34 Uhr

Kappeln : Werfthalle in Flammen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Großfeuer verursacht Schaden in Millionenhöhe. Die Brandursache ist bislang noch ungeklärt

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2016 | 12:17 Uhr

Ein Brand auf dem Gelände von Ancker-Yachting vernichtete am Sonnabendmittag in Kappeln eine 400 Quadratmeter große Werfthalle sowie fünf Schiffe. Menschen wurden nicht verletzt.

Dicker schwarzer Qualm zog mittags über der Stadt gen Himmel. Bis noch weit hinter Eckernförde war die Rauchsäule zu sehen. Ursache war ein Feuer, das in einer Halle der Werft Janssen & Renkhoff ausgebrochen war. Mitarbeiter, die in einer anderen Halle arbeiteten, entdeckten den Brand und alarmierten die Feuerwehr. Um 12.12 Uhr wurde Alarm ausgelöst. Kappelns Gemeindewehrführer Dirk Schadewaldt flieste im Ortsteil Mehlby gerade mit anderen Kameraden die Terrasse des Gerätehauses, als der Pager piepte. „Als wir uns umdrehten, sahen wir schon den Rauch“, so Schadewaldt.

An der Werft eingetroffen, brannte die Halle schon lichterloh, sodass die Feuerwehrleute nicht mehr in die Halle hinein konnten. „Einen so großen Brand haben wir in Kappeln lange nicht mehr gehabt“, sagte Schadewaldt. Zusätzliche Schwierigkeiten bereitete der Einsatzort selbst mit Lacken, Kunststoffen und möglicherweise auch Gasflaschen. Zudem stand das Gelände angesichts des bevorstehenden Beginns der Segelsaison noch voll von Booten. Dagegen war die Löschwasserversorgung kein Problem. „Wasser haben wir an mehreren Stellen zum Großteil direkt aus der Schlei bezogen“, sagte der Gemeindewehrführer.

Dutzende Schaulustige und Bootseigener versammelten sich nach und nach auf dem Gelände. Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten immer wieder Personen um Abstand bitten, die zu nah an die brennende Halle herangetreten waren. Dabei befanden sich unweit der brennenden Halle weitere, zum Teil aus Holz bestehende Gebäude. Über die Drehleiter aus Eckernförde bekämpften die Einsatzkräfte zusätzlich den Brand von oben. Der Schwerpunkt der Löscharbeiten lag zu diesem Zeitpunkt aber schon auf dem Erhalt der in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden Bauten.

Insgesamt zehn Wehren mit 120 Feuerwehrleuten waren am stundenlangen Einsatz beteiligt. Die 20 mal 20 Meter große Halle nebst einigen Booten war nicht mehr zu retten. Den Schaden bezifferte Dirk Schadewaldt auf rund eine Million Euro. „Doch wir haben weit mehr erhalten, als letztlich zerstört wurde“, so der Einsatzleiter. Wenn der Brand sich ausgeweitet hätte, dann wären nicht nur fünf Boote, sondern 20 bis 30 vernichtet worden. „Dann reden wir nicht mehr von einer Million Euro Schaden, sondern von etlichen Millionen“, so der Kappelner.

Dass er mit seinen Kameraden nun auch am Wochenende rausrücken musste, störte Schadewaldt kaum. „Ob Sonntag oder Montag, ob tagsüber oder nachts – irgendwann geht’s los, das ist unser Job“, sagte er. Diesen Job versuchten Mitglieder des DRK den Wehren zu erleichtern. Bei frühlingshaften Temperaturen bauten sie einen Verpflegungsstand für die Einsatzkräfte auf.

Die Schadensursache ist bislang unbekannt. Die Kripo hat das Gelände für weitere Untersuchungen abgesperrt.

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