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Wer finanziert die Millionen für die Bahnhofsflüchtlinge?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt rechnet bis zum Sommer mit Kosten von mehr als 1,4 Millionen Euro für Durchreisende

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2015 | 10:19 Uhr

Insgesamt rechnet die Stadt bis zum Jahresende mit Kosten von rund 520  000 Euro für die durchreisenden Flüchtlinge am Bahnhof – und für das erste Halbjahr 2016 mit weiteren Ausgaben von 900  000 Euro. Die städtische Finanzabteilung informierte den Finanzausschuss über diese Ausgaben und appellierte an das Land, die Grenzlage Flensburgs zu berücksichtigen und sich angemessen an den humanitären Leistungen für Transitreisende zu beteiligen.

Am Flensburger Bahnhof kommen seit 9. September zahlreiche Flüchtlinge an, die nach kurzem Aufenthalt ihre Reise über Dänemark nach Schweden fortsetzen.

In einem beispiellosen Akt humanitärer Hilfe werden sie am Flensburger Bahnhof von ehrenamtlichen Helfern betreut, die binnen kurzer Zeit eine Essensausgabe, eine Kleiderkammer, einen Informationstresen und andere Angebote geschaffen haben. Diese Angebote bestehen mittlerweile seit gut sechs Wochen rund um die Uhr.

Parallel dazu habe auch die Stadtverwaltung Strukturen geschaffen, um die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer zu unterstützen und zu ergänzen. „Ab dem ersten Tag wurde der Leitungsdienst der Berufsfeuerwehr als Ansprechpartner benannt, der 24 Stunden am Tag für die Helfer vor Ort erreichbar ist“, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Zudem habe man eine kurzfristige nächtliche Unterbringung in einer Schulturnhalle ermöglicht.

Das DRK hat mit ehrenamtlichen Helfern jeden Abend die erforderliche Zahl an Betten aufgestellt und die Versorgung vor Ort eingerichtet sowie am nächsten Morgen zurückgebaut. In der Spitze waren es am Sonnabend 457 Nachtlager.

Inzwischen seien in vielen Bereichen hauptamtlich Kräfte im Einsatz, da die Aufgaben durch ehrenamtliches Engagement allein nicht mehr gestemmt werden könnten: „Das gilt sowohl für den Bettenauf- und -abbau als auch für die Dolmetschertätigkeit in den Turnhallen genauso wie für den Sanitätsdienst, der ebenfalls seit vielen Wochen von ASB, DRK sowie den Maltesern gestellt wird und am Bahnhof präsent ist.“ Die Kosten der hauptamtlichen Hilfskräfte trage die Stadt.

Die Stadt Flensburg kümmere sich mittlerweile auch um die Reinigung des Bahnhofs, die Beförderung der Flüchtlinge mit dem Bus zur und von der Übernachtungsstätte und um die Anschaffung von Betten und Decken in erheblichem Umfang. Hinzu kämen die Verpflegung von Flüchtlingen und Helfern sowie die Kosten für die Bereitstellung einer längerfristig nutzbaren Immobilie als Alternative zur Turnhallennutzung, womöglich in einem Baumarkt (wir berichteten.)

Zu einer möglichen Beteiligung an den Kosten äußerte sich das Land gestern auf Anfrage nicht.

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