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Flensburger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 02:27 Uhr

Wer Dänisch kann, ist klar im Vorteil

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ableger von Tele Danmark Communications baut großes Callcenter für dänische Service-Hotlines auf / 200 Arbeitsplätze in der Holm-Passage

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2014 | 18:28 Uhr

Formal wurde gestern in Raum H 44 des Rathauses lediglich die Eröffnung eines weiteren Callcenters für Flensburg mitgeteilt, aber die Contact Center Europe GmbH scheint einen zweiten Blick wert, wie die Zusammensetzung der Runde zeigt, die angetreten war, die Geschäftsführerin Lene Krakau Larsen und ihr Unternehmen zu präsentieren. Oberbürgermeister Simon Faber war da, Olaf Krüger und Andrea Kislat von der Wireg, die Leiterin der Flensburger Agentur für Arbeit, Heike Döpke, und Marlies Riedel vom Kieler Personaldienstleister „Zeitlimit“, der bis November das Personal für ein Dänisch-sprachiges Callcenter in Flensburg rekrutiert haben muss.

31 Mitarbeiter sind schon da, ab nächsten Dienstag sollen es schon über 60 sein, die in den ehemals vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag genutzten Räumen in der Holm-Passage Kunden des größten dänischen Kommunikationsdienstleisters TDC telefonisch und per Email betreuen werden. Faber und Krüger, die diese Ansiedlung seit letztem Jahr begleitet hatten, freuten sich über das Gelingen. Zumal Simon Faber, der im zweisprachigen Flensburg Potenzial für weitere Ansiedlungen aus Dänemark sieht.

Das will auch die TDC-Managerin Lene Krakau Larsen nicht ausschließen, die auf der Pressekonferenz gestern betonte, dass TDC auf dem dänischen Arbeitsmarkt mittlerweile eine wirkliche Grenze erreicht hat. „Wir haben Vakanzen in Aarhus, Odense und selbst in Kopenhagen. Wir finden keine Arbeitskräfte.“ Ob die nördliche Region mit ihrer großen Zahl zweisprachiger Bewohner die Lösung ist, wird sich zeigen müssen. Marlies Riedel kündigte erhebliche Werbeanstrengungen an, Arbeitsagentur-Chefin Heike Döpke hat Zweifel, dass die freien Stellen aus dem Bestand der Arbeitssuchenden zu besetzen sind. „Da wird es sicher noch Bewegung geben.“ Möglicherweise auch von den deutschen Platzhirschen in Richtung des dänischen Mitbewerbers. Die TDC-Tochter zahlt nach Angaben des Wireg-Chefs Krüger mit 9,50 Euro brutto überdurchschnittlich. Hinzu kommt als „weicher“ Faktor der skandinavische Weg des Miteinanders, der gemeinhin als smart und ziemlich entspannt gilt, plus allerlei soziale Dreingaben bis hin zur Betriebsrente. „Sicher“, sagt Personaldienstleisterin Riedel. „Geld ist wichtig. Aber ein Arbeitsplatz in einem dänischen Unternehmen ist schon ein Wert an sich.“

Die dänische Unternehmerin macht freilich keinen Hehl daraus, dass man auch in Dänemark unternehmerisch entscheidet. Die Personalkosten in Deutschland sind 30 Prozent niedriger, räumt Larsen ein. Entscheidend aber sei in diesem Fall gewesen, dass es in Deutschland Personal gibt. Die Lohnunterschiede – ein vergleichbarer Fulltime-Job bringt in Dänemark brutto 800 Euro mehr – seien wegen der unterschiedlichen steuerlichen Behandlung und auch der Lebenshaltungskosten differenziert zu betrachten.

Am Dienstag öffnet das Contact Center Europe für alle Interessenten ab 16 Uhr seine Türen.

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