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Uni Flensburg als Sprungbrett : Wenn Studenten das Weite suchen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ob für angehende Lehrer oder das Management-Institut – Europa-Uni zählt 95 Partnerhochschulen im Ausland

Die Lehrer der Zukunft stellt sich Uni-Vizepräsidentin Monika Eigmüller wahrscheinlich so vor wie Ann-Elisabeth Ihde. Die 22-Jährige studiert an der Europa-Uni Deutsch und Religion auf Lehramt. Im vergangenen Jahr studierte die Flensburgerin von August bis Dezember ein Semester auf Englisch an der Universität in Turku. „Ich konnte weder Finnisch noch Schwedisch“, verrät sie. Doch wer Englisch spricht, habe in Finnland kein Problem: „Sogar die Busansage ist auf Englisch.“ Vizepräsidentin Eigmüller, zuständig fürs Internationale an der Europa-Uni, ist fest davon überzeugt, dass solche Auslandsaufenthalte für das Berufsleben immer wichtiger werden – auch und gerade für angehende Lehrer, die an der Europa-Uni die Mehrheit stellen: „Wir haben an den Schulen auch in Flensburg oder Tarp keine homogenen Klassen mehr“, sagt sie.

Ann-Elisabeth Ihde plant schon ihre nächste Reise. 2017 will sie ihr Schulpraktikum im Master Grundschule an der deutschen Schule in Budapest machen. Unterrichten darf sie dort auf Deutsch.

20 Jahre International Center begeht die Uni dieser Tage – und Leiterin Ulrike Bischoff-Parker muss ein bisschen schmunzeln, wenn sie daran denkt, wie das Uni-Sprungbrett in die Welt an der Bildungswissenschaftlichen Hochschule im Oktober 1996 an der Mürwiker Straße startete. Keine zehn Studenten im Auslandssemester gab es damals und noch weniger Partnerhochschulen. Heute zählt die Uni 120 Studenten auf Auslandssemestern und Praktika sowie 95 Hochschulpartner in der ganzen Welt – Tendenz steigend.

Management-Student Nicolas Gille (28) zum Beispiel war während des Bachelor-Studiums für ein Semester in Barranquilla in Nord-Kolumbien: „Ein Auslandssemester verändert immer“, sagt er selbstbewusst. Zurückgekehrt sei er mit fließendem Spanisch und vielen neuen Freundschaften auf der ganzen Welt – schließlich habe er in Shakiras kolumbianischer Heimatstadt in einer WG gewohnt und gemeinsam mit Franzosen oder Mexikanern studiert. Bei der Finanzierung könne entweder Auslands-Bafög helfen oder der Akademische Austauschdienst DAAD – oder bei Studienaufenthalten innerhalb Europas das EU-Programm Erasmus, das bald 30. Geburtstag feiert.

Dabei ist der Austauschdienst der Uni keineswegs auf Studierende begrenzt. So war Uni-Sprecherin Kathrin Fischer schon in Schweden – und die russischstämmige Olga Bichel, Lehrkraft im Bereich Deutsch als Zweitsprache, war gerade für zwei Wochen als Gastdozentin im Moskau: „Sie hat uns gute Botschafterdienste erwiesen“, lobt Vizepräsidentin Eigmüller. Schließlich würden die Kooperationen mit US-Partnern nach der Trump-Wahl, mit der Türkei oder mit England nach dem Brexit auch nicht aufgekündigt.

Ihren Kurs auf Europa geht die Uni konsequent weiter. Die Schulfächer Spanisch (seit diesem Wintersemester) und Französisch (im nächsten Herbst) kommen für die Lehrerausbildung auf dem Campus dazu. Und Vize-Präsidentin Eigmüller hat für das Sommersemester 2017 noch eine gute Nachricht. Das International Center baue gerade sein Fremdsprachenzentrum personell aus: „Ab kommendem Semester können wir allen Mitarbeitern und Studenten kostenlos Sprachkurse anbieten.“

Für Austauschstudent Nicolas Gille lag das größte Problem in den verschobenen Semesterzeiten. „In Kolumbien begann das Semester im Juli, hier waren im August aber noch Prüfungen.“ Wenn ab September das Semester früher startet, sollte auch dieses Problem behoben sein.

> Bewerbungsschluss fürs Auslandssemester im Herbst ist der 10. Januar.

 

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erstellt am 14.Dez.2016 | 17:29 Uhr

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