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Flensburger Tageblatt

18. August 2017 | 18:58 Uhr

Wenn Pflege in der Familie bleibt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Diako erweitert ihr Angebot: Susanne Steffens berät und hilft bei Übergang pflegebedürftiger Patienten aus dem Krankenhaus ins eigene Zuhause

Das Projekt der Universität Bielefeld wird nach zehn Jahren Ende 2014 auslaufen. Das Thema jedoch ist aktueller denn je. Es firmiert unter dem sperrigen Namen „Familiale Pflege“ mit einem weniger sperrigen Untertitel „Neue Herausforderungen am Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Pflege“. Die Flensburger Diako sei Ende 2012 gefragt worden, ob Interesse bestünde, sich zu beteiligen, berichtet Ulrike Hinrichsen. Daraufhin wurde eine Mitarbeiterin geschult, sagt die stellvertretende Pflege-Direktorin des Krankenhauses. Und im Herbst darauf hätten die ersten Gespräche stattgefunden.

Darum geht es: Susanne Steffens prüft, welcher Patient eine Pflegestufe hat. Das ist Bedingung, um das Angebot „familiale Pflege“ in Anspruch zu nehmen. Dann gebe es mehrere Wege der Beratung, sagt sie, und zählt das Erstgespräch im Krankenhaus auf oder auch die Familienberatung, an der Kinder, Tante und Onkel teilhaben könnten, wenn sich die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Ein Hausbesuch zeigt der gelernten Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Erfahrung in der ambulanten Pflege, wie es um die Bedingungen für den Patienten vor Ort bestellt ist. Wenn sich die Familie entschieden habe, ob sie mitmachen möchte, werde sie beispielsweise über Pflegetechniken und Hilfsmittel aufgeklärt und könne ein Pflege-Training mitmachen. „Auf sich selbst achten“ – das sei nicht zuletzt bei Angehörigen dementer Menschen ein wichtiger Hinweis, den Steffens ihren Schützlingen einschärft. „Viele machen keine Pausen“, beobachtet sie und vermittelt etwa rückenschonende Techniken, einen bettlägrigen Patienten umzudrehen.

Wichtig: Das Angebot ist kostenlos und krankenkassenunabhängig, betont Susanne Steffens. „Ich arbeite mit den Pflegediensten zusammen“, stellt sie klar. Und Ulrike Hinrichsen ergänzt, dass hier keine Konkurrenz geschaffen werde. Vielmehr soll gerade der Übergang aus dem Krankenhaus (auch die stationäre Aufnahme ist eine Bedingung) nach Hause geschmeidig gestaltet werden. Und verhindert werden, dass der alte Alltag einkehrt. Deshalb können Angehörige bis zu 42 Tage lang nach der Entlassung ihres Familienmitglieds auf Rat und Tat von „Schwester Susanne“ zurückgreifen.

„Die Erfolge waren so, dass wir sagten: In diesem Jahr steigen wir groß ein“, resümiert Ulrike Hinrichsen nach ungefähr einem Jahr und fügt hinzu: „Wir bekamen sehr positive Rückmeldungen von Patienten und Angehörigen.“ Die Stelle für Susanne Steffens wird deshalb auf 75 Prozent aufgestockt. Und auf demenzielle Erkrankungen soll künftig ein besonderer Fokus gelegt werden. Nächstes Jahr, so hofft Ulrike Hinrichsen, werden die Hilfsmöglichkeiten auch auf die Psychiatrie erweitert. Pflegedirektorin Friederike Hohmann erklärt: „Wir machen das, weil davon jeder profitiert.“

Kontakt: Familiale Pflege, Susanne Steffens, Telefon 0461-8122120, Email: familiale-pflege@diako.de

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