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Diakonie Schleswig-Holstein : Wenn der Winter kommt, wird Hilfe bitter nötig

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Diakonie Schleswig-Holstein startete gestern das Winternotprogramm für wohnungslose Menschen.

Flensburg | Seit 1993 existiert der Tagestreff des Diakonischen Werks in Flensburg, der wohnungslosen Männern, für Frauen existiert die Beratungsstelle „die Treppe“, eine Anlaufstelle in Notsituationen bietet.

„Durchschnittlich kommen 40 bis 45 Obdachlose am Tag zu uns“, berichtet Michaela Ketelsen vom Tagestreff.

Im letzten Jahr waren alleine in Flensburg 965 Personen wohnungslos oder drohten wohnungslos zu werden.

„Diese Tendenz ist leider steigend“, sagt Ernst-Otto Löwenstrom, Geschäftsführer des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Schleswig-Flensburg. Michaela Ketelsen ergänzt: „Zurzeit melden sich monatlich ungefähr 16 weitere Personen bei uns, die gerade wohnungslos geworden sind oder schon länger ohne Obdach sind, sich aber vorher nicht ans uns gewandt haben.“

Schleswig-Holsteins Landespastor Heiko Naß nennt als einen der Gründe für die steigende Anzahl an wohnungslosen Menschen im Land den Mangel an bezahlbarem Wohnungsraum. „Aufgrund der vielen Geflüchteten, die zurzeit zu uns kommen, wird der Mangel an bezahlbaren Unterkünften noch einmal deutlicher“, sagt Naß, der sich ein festes Kontingent an Wohnungen für obdachlose Menschen wünschen würde.

Mit Hinblick auf den Winter, der vor der Tür steht, hat die Diakonie mit dem Winternotprogramm nun erste Schritte eingeleitet, um den Menschen so gut wie möglich durch die kalte Jahreszeit helfen zu können. Das Programm richtet sich vornehmlich an die Personen, die ganz ohne festes Dach über dem Kopf leben, das heißt nicht zum Beispiel bei Freunden auf Zeit unter kommen können. Zurzeit beläuft sich die Zahl dieser Personen in Schleswig-Holstein auf rund 100.

„Aus Sicht der Diakonie Schleswig-Holstein wäre es ohne Frage wünschenswert, dass sich diese Menschen, die ganz ohne Dach über dem Kopf auskommen müssen, ans uns wenden und unsere Unterkünfte in Anspruch nehmen“, so Heiko Naß.

Letztendlich seien aber alle diese Leute selbstbestimmt, sodass niemand dazu gezwungen werden kann, sich von uns helfen zu lassen. Die Hauptaufgabe der Diakonie sei es laut dem Landespastor daher „zu verhindern, dass die Menschen in den kalten Winternächten erfrieren.“

Um dies zu erreichen, werden in Zukunft Schlafsäcke, Isomatten und warme Kleidung bereitgestellt, die im Laufe der Zeit an Bedürftige ausgegeben werden können.

„All diese Dinge bekommen wir entweder gespendet oder zumindest vergünstigt. Dafür sind wir sehr dankbar, denn Hilfe wird immer und überall benötigt“, so Michaela Ketelsen.

Die Schleswig-Holsteinische Landesregierung unterstützt das Winternotprogramm finanziell mit 20  000 Euro. „Eine sehr große Hilfe“, findet Heiko Naß.

 

 

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erstellt am 15.Nov.2015 | 09:00 Uhr

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