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Park-Ärger in Flensburg : Wenn der Parkscheinautomat nicht richtig tickt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Geräte im Stadtgebiet stehen mit der richtigen Zeit auf Kriegsfuß – das TBZ verspricht Korrekturen.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 06:03 Uhr

Flensburg | Strafzettel an Strafzettel klemmte am Montag unter den Scheibenwischern zahlreicher Autos in der Flensburger Toosbüystraße. Ob es sich bei allen Haltern um Verkehrssünder handelt, muss jedoch bezweifelt werden. Denn die Uhrzeit des Parkscheinautomaten ist falsch eingestellt – sie geht definitiv sechs Minuten nach.

Wer also um 12 Uhr einen Parkschein zieht und einen Euro für eine Stunde Parkzeit einwirft, bekommt für sein Geld de facto nur 54 Minuten eingeräumt. Und sollte es ganz dumm laufen, ein Knöllchen dazu. Denn die Hüter des ruhenden Verkehrs kontrollieren mitnichten die Uhrzeit an Parkscheinautomaten, sondern nur die zulässige Parkdauer, die auf dem Parkschein ausgewiesen ist. Im vorliegenden Fall also 12.54 Uhr.

Das bestätigte ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der an jenem Vormittag seine Runden zog. Mit dem Sachverhalt konfrontiert, sagte er, es könne unter diesen Voraussetzungen durchaus vorkommen, dass man Fahrzeughalter belange, die völlig korrekt gehandelt hätten.

Das hätte auch René Janott so ergehen können, der am Dienstag mit seinem Lieferwagen in der Toosbüystraße parkte. Dem Inhaber eines Flensburger Fernsehgeräte-Reparaturdienstes fiel sofort auf, dass etwas mit der Uhrzeit am Automaten nicht stimmte. „Ich war irritiert“, sagt er. „Zur Sicherheit habe ich ein Foto geschossen. Man kann ja nie wissen.“

Wie sieht es an anderen Plätzen im Stadtkern aus?

Eine kleine Stichprobe ergab: Die Uhrzeit eines weiteren Automaten an der Toosbüystraße ging zwei Minuten zu langsam, an der Speicherlinie und dem Parkplatz am Mauseloch war die Zeit korrekt eingestellt. Der städtische Kontrolleur betonte, dass bei defekten Geräten unverzüglich das Technische Betriebszentrum verständigt werde, dessen Bauhof für die Wartung zuständig ist.

TBZ-Sprecher Geoffrey Warlies zeigte sich überrascht. „Schließlich werden die Fahrscheinautomaten dreimal die Woche geleert und dabei auch kontrolliert.“ Die Mitarbeiter würden tendenziell darauf achten, dass die Uhren eher vor- als nachgingen, um dem Autofahrer entgegenzukommen. Bei dem vorliegenden Fall müsse ein Versehen vorliegen, dass man korrigieren werde. „In der Regel funktioniert das Uhrwerk.“ Besonders bei den 30 neueren Automaten – bei ihnen stellt sich die Zeit automatisch ein. Die restlichen 20 müssen per Hand justiert werden. „Im Übrigen“, ergänzt Stadtsprecher Teschendorf „lässt man bei geringfügigen Überschreitungen Kulanz walten.“

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