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Veolia Umweltservice : Wenn der Müll in der Tonne bleibt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Anwohner der Kanzleistraße 6a bis 14 klagen über volle Behälter, die seit drei Wochen nicht geleert wurden .

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erstellt am 21.Jan.2016 | 11:00 Uhr

Flensburg | Prall gefüllt sind die fünf gelben Tonnen, die wie an einer Perlenschnur aufgereiht an der Mauer im kleinen Weg in der Kanzleistraße, der zu Haus 6a führt, stehen. Normalerweise holen sie die Anwohner nach kurzer Zeit wieder auf ihre Grundstücke zurück. Doch diesmal nicht. Die Tonnen sind seit Ende Dezember nicht mehr geleert worden. Einen triftigen Grund gibt es dafür laut Anwohnerin Monika Gabriel nicht. Die Firma Veolia Umweltservice, die für die Abfuhr der gelben Tonnen für die Hausnummern 6a bis 14 zuständig ist, lässt auf sich warten und strapaziert die Nerven der Bewohner.

Sonntag, 27. Dezember 2015: Gabriel rollt abends ihre Mülltonne von ihrem kleinen Hof zum vereinbarten Standpunkt, an dem die Behälter alle 14 Tage immer montags von Veolia geleert werden. Am 28. Dezember geht sie raus, um ihre leere Tonne wieder in den Hof zu stellen. Doch sie findet darin immer noch ihre alten Müllsäcke und ruft bei der Firma Veolia an. „Dort sagte man mir, dass der Müll in der nächsten Woche, also am 4. Januar, abgeholt werden sollte“, erinnert sie sich. Doch das passierte nicht. Der Grund: Vergessen. Leicht ungeduldig greift die 62-Jährige wieder zum Hörer und trägt ihr Anliegen vor: „Der Mitarbeiter versprach mir, dass die Fahrer am 8. Januar vorbeikommen.“ Aber auch an diesem Tag blieben die Tonnen voll.

Gabriel reißt der Geduldsfaden. „Ich sprach ein weiteres Mal mit Veolia, die mir erst für den 18. Januar und dann für den 19. Januar eine Hundertprozentige Leerung versicherten“, sagt sie verärgert. Doch Pustekuchen. Stattdessen schlägt ihr eine Mitarbeiterin vor, die Müllsäcke in ihrem kleinen Hinterhof zu lagern und sie vor 6 Uhr am Leerungstag neben die Tonnen zu stellen. „Dann bekommen wir aber als Anwohner Ärger“. In ihrem kleinen Hof sei zudem kein Platz für die Tüten. „Dort habe ich meinen Scooter stehen“, erklärt die gehbehinderte Frührentnerin. Doch das ist nicht der einzige Grund für ihre Ablehnung. „Außerdem“, fügt sie hinzu, „zieht der Müll dann Ratten, Mäuse und anderes Ungeziefer an.“ Auch ihr Nachbar Hans-Heinrich Hartig ist nach eigener Aussage nicht bereit, die Müllsäcke in seinem Innenhof zu lagern oder diese neben die Tonnen zu stellen. Er befürchtet, dass Tiere damit spielen oder Passanten sie auf die Straße werfen.

Probleme hat es in der Zeit, in der Veolia die Leerung macht, vorher noch nicht gegeben. Auch, als das Technische Betriebszentrum den Müll abholte, habe es nie Schwierigkeiten gegeben, bestätigen Gabriel und Hartig. Gabriel wohnt seit 1994 in der Kanzleistraße, Hartig seit 1957.

Nun ist das Maß voll. „Ich habe nun kein Verständnis mehr“, schimpft die 62-Jährige. Seit Ende 2015 halte man sie hin, ohne einen Grund zu nennen, warum die Mülltonnen so lange nicht geleert wurden. Sie wird deutlich: „Wir kommen uns langsam veräppelt vor.“ Auch Hausmeister Kai Müller, der mit Veolia wegen der Mülltonnen in Kontakt getreten ist und normalerweise ein ruhiger Geselle ist, ist verärgert. „Man fühlt sich der Arroganz der Mitarbeiter ausgeliefert“, sagt er. Veolia hat für heute eine Stellungnahme zu den Vorfällen angekündigt.

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