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Toter Winkel : Wenn das Blickfeld eingeschränkt ist

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Jungen und Mädchen der Grund- und Gemeinschaftsschule Schafflund lernen mit dem ADAC alles über den Toten Winkel.

Schafflund | Alina Stielow sitzt im Fahrerhaus des großen Feuerwehrautos und hält Ausschau nach ihren Schulkameraden, kann sie aber weder im Spiegel noch durch die Scheibe entdecken. Dabei weiß sie genau, dass die ganze Klasse rechts neben dem Lkw steht. „Ich konnte nur die Lehrer sehen“, stellt sie später verwundert fest und misst mit großen Schritten die Entfernung von der Beifahrertür bis zu ihren Lehrern. Rund acht Meter muss sie zurücklegen – und dazwischen stehen ihre Mitschüler. Jetzt versteht sie, was Moderator Jörg Albert vom ADAC meint, wenn er vom gefährlichen Toten Winkel spricht. Lkw- und Busfahrer übersehen das Geschehen im Toten Winkel, deshalb müssen Fußgänger und Radfahrer besonders aufmerksam sein, um nicht in schwere Unfälle verwickelt zu werden.

Der ADAC Schleswig-Holstein hat 2017 ein neues präventives Programm für Schulen gestartet, das für die vierten bis sechsten Klassen kostenlos angeboten wird. „Ziel der Verkehrssicherheitsaktion ,Toter Winkel‘ ist es, die Kinder für Abbiegeunfälle zu sensibilisieren“, erklärt Ulf Evert vom ADAC während des Trainings mit Viertklässlern an der Grund- und Gemeinschaftsschule Schafflund. Mit den Freiwilligen Feuerwehren habe man Partner gefunden, die ebenfalls die Sicherheit der Kinder im Blick haben. Holger Bauer vom Landesfeuerwehrverband ist von dem Programm überzeugt: „Wir unterstützen es gern und freuen uns, wenn die Kommunen ein Fahrzeug zur Verfügung stellen.“ Das Schafflunder Feuerwehrauto wird von Dirk Trasser gefahren, der selbst an der Entwicklung dieses praxisnahen Projekts beteiligt war. Geduldig holt er ein Kind nach dem anderen in das Fahrerhaus, damit jeder selbst die Position eines Lkw-Fahrers einnehmen und das eingeschränkte Blickfeld erfahren kann.

Wieder im Freien, stellen sich die Schüler auf ein riesiges gelbes Dreieck mit der Aufschrift „Toter Winkel“. Moritz Kasten kann aus eigener Erfahrung über eine brenzlige Situation berichten: „Ich stand mit meinem Fahrrad an der Kreuzung neben einem Lkw, der losfahren wollte. Er hat mich nicht gesehen, und ich bin schnell zur Seite gefahren.“ Ähnliche Situationen demonstriert Moderator Jörg Albert, der ein Fahrrad neben einem abbiegenden Fahrzeug in Position bringt. Bevor Dirk Trasser allerdings zum Abbiegevorgang ansetzt, wird das Fahrrad gegen Pylonen getauscht – eine durchaus vorsorgliche Entscheidung. „Stopp“, rufen die erschrockenen Kinder, als das Hinterrad eine Pylone touchiert. Gegen Ende der über einstündigen Übungen simuliert Jörg Albert Schulbus-Situationen und zeigt den Schülern, dass es auch vor und hinter dem Bus Tote Winkel gibt. „Warte, bis der Bus weg ist, bevor du die Straße überquerst“, lautet die Erkenntnis, mit der er die sichtlich beeindruckten Viertklässler verabschiedet.

Schulen können das Programm „Toter Winkel“ mit Moderatoren des ADAC Schleswig-Holstein unter der Telefonnummer 0431/6602127 anfordern.

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