zur Navigation springen

Stadtplanung in Flensburg : Wenig Spielraum in Fahrensodde

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Potentielle Investoren wissen nun, wo sie bauen dürfen und wo nicht. Der Entwurf für den Bebauungsplan sieht drei mögliche Baukörper, einen Wanderweg und 30 Meter Abstand zum Waldrand vor.

Jetzt wissen potentielle Investoren zumindest, wo sie bauen dürfen und wo nicht. Ob der beschlossene Entwurf des Bebauungsplans „Fahrensodde 20“ jemals eine entsprechende Bebauung nach sich ziehen wird, steht nach wie vor in den Sternen. Viel Spielraum gibt es auf dem Filetgrundstück in bester Wasserlage nicht; die Lage am Waldrand und die zu erhaltende Grünfläche in der Mitte setzen kommenden Bauwilligen enge Grenzen.

Der Entwurf sieht drei mögliche größere Baukörper vor, die jedoch nur zum Teil auf den Flächen der heute dort stehenden Gebäude errichtet werden können. Sie haben Bestandsschutz, weil sie nun mal da sind und zu einer Zeit genehmigt und gebaut wurden, als es noch kein Waldgesetz in seiner heutigen Form gab. Das besagt, das in einem Abstand von 30 Metern zum Waldrand nichts gebaut werden darf.

Allerdings: Innerhalb dieser Schutzzone dürfen Boote unter freiem Himmel gelagert werden – so wie heute auf der großen Asphaltfläche zwischen Zufahrtstraße und Strand. Wenn man die alte Flugzeughalle abreißen würde, könnte man die Boote im Winter hier parken und auf der freien Asphaltfläche stattdessen ein Gebäude errichten. Das dürfte maximal 7,50 Meter hoch sein, ebenso wie das Haus weiter westlich auf dem Gelände. Das mittlere Haus kann bis zu zehn Meter hoch werden.

Viel mehr ist dem Bebauungsplan nicht zu entnehmen. Wichtig ist, dass die Grünfläche in der Mitte erhalten bleibt und nur ganz geringfügig verkleinert wird. Außerdem sieht der Plan den Bau eines Wanderweges direkt am Ufer vor. Dieser könnte eines fernen Tages Teil eines durchgehenden Wanderweges von der Hafenspitze bis an die Stadtgrenze in Solitüde und darüber hinaus bis nach Glücksburg werden; dafür müsste allerdings die Marineschule den Teil des Weges, der über das Schulgelände führt, freigeben.

Das Areal ist als Sondergebiet „Wassersport, maritimes Gewerbe und maritimes Dienstleistungen“ ausgewiesen. Eine Wohnnutzung ist ausgeschlossen, das gilt auch für Ferienwohnungen. Die Erschließung erfolgt wie bisher über den schmalen Twedter Strandweg, der zudem in einem desolaten Zustand ist, laut Verkehrsgutachten aber ausreichend für den zu erwartenden Verkehrszuwachs bei einer möglichen Neubebauung ist.

Der Umwelt- und Planungsausschuss beschloss den Entwurf mit acht Ja-Stimmen von CDU, SPD, FDP und Grünen bei Ablehnung durch Vertreter von SSW, WiF und Die Linke, dazu kam eine Enthaltung. Frank Hamann (Die Linke) kritisierte, der Bebauungsplan berücksichtige nicht die Belange der jetzigen Nutzer ausreichend, zum Beispiel der Seglervereinigung. „Der B-Plan tut richtig weh!“, klagte Harro Teichmann (WiF). Er werde dem Charme des Grundstücks nicht gerecht und führe zu einem „deutlichen Qualitätsverlust“.

Ganz anders Christian Koch (FDP); mit dem Entwurf werde die Planung „vom Kopf auf die Füße gestellt“. „Das ist der richtige Weg“, bekräftigte Florian Matz (SPD). Der Entwurf wird öffentlich ausgelegt, muss danach aber noch als Satzung beschlossen werden, bis er Gültigkeit erlangt. Danach kann theoretisch im Rahmen der Festlegungen gebaut werden.

Ob es je dazu kommen wird, bleibt abzuwarten. Die Flächen gehören der Stadt. Mögliche Investoren müssen sich mit dem Fachbereich Vermögen der Stadt über eine Nutzung der Grundstücke – vermutlich im Rahmen einer langfristigen Erbpacht – einigen; dabei kann die Stadt Bedingungen stellen. Zum Beispiel kann sie sich wünschen, dass der Investor den öffentlichen Wanderweg baut oder sich an der Sanierung des Twedter Strandwegs beteiligt. Von den Verhandlungen mit der Stadt kann der verhinderte Investor Mathias Hartmann (Dantronik) ein Lied singen – ein trauriges.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 29.Sep.2015 | 12:46 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen