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Verkehr in Flensburg : Wem gehört wie viel von der Straße?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadt startet neuen Masterplan Mobilität als Teil des Klimaschutzkonzeptes – und sieht Potenzial für mehr Bus-, Rad- und Fußverkehr

Die neuen Schlagworte heißen „faire Aufteilung des öffentlichen Raums“ oder „effizient orientierter Kfz-Verkehr“: Die Stadt will das in die Jahre gekommene „Verkehrskonzept 90“ nach einem Vierteljahrhundert durch ein neues Leitbild für ihre Verkehrsplanung ersetzen. Diese Neujustierung soll mit Hilfe des gestern gestarteten Masterplans Mobilität als Teil des Klimaschutzkonzepts gelingen. „Mit dem Masterplan soll die Aufgabe, Mobilität als Bestandteil der Stadt- und Lebensqualität für alle Menschen zu gestalten, deutlich an Gewicht gewinnen“, sagt Stadtplanungschef Peter Schroeders. Im Fokus stünden die Anforderungen an eine umweltfreundliche Mobilität als maßgeblicher Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele der Stadt. Im Klartext: Fußgänger, Radfahrer und Busverkehre in der Innenstadt sollen tendenziell zu Lasten des motorisierten Individualverkehrs ausgebaut werden.

Eine Befragung aus dem Jahr 2010 brachte für Flensburg folgende Situation: Während 16 Prozent der Flensburger sich vornehmlich zu Fuß fortbewegen und 19 Prozent mit dem Rad fahren, nehmen 54 Prozent das Auto und 11 Prozent den Bus. Dabei gilt die Fortbewegung zu Fuß und mit dem Rad noch als ausbaufähig, wie Jörn Janssen (SHP-Ingenieure – Büro für Verkehrsplanung) berichtet: „Flensburg ist von seiner Ausgangsposition im ganz guten Mittelfeld. Im Bereich Fußgänger und Rad hat es echte Potenziale.“ Bis zum Jahr 2030 könnten die Anteile von Fußgängern, Radlern und Busfahrern um je vier Prozent wachsen, prognostizieren die Verkehrsplaner – zu Lasten des Pkw-Verkehrs: Dann gäbe es bereits 23 Prozent Radfahrer, 20 Prozent Fußgänger und 15 Prozent Busfahrgäste – bei 42 Prozent Autofahrern. Bis zum Jahr 2050 könnten sich die vier Verkehrsarten in der Flensburger Innenstadt mit je einem Viertel sogar die Waage halten.

Dabei müsse nicht jede Investition viel Geld kosten, sagt Stefan Luft vom Büro Urbanus/ Raumgestaltung. Schon mit anderen Ampelschaltungen könnten sehr günstig Akzente zugunsten von Fuß- und Radverkehr gesetzt werden. Auch Fahrradstreifen auf den Straßen seien eine vergleichsweise günstige Lösung. Janssen demonstrierte aus anderen Städten Verkehrsberuhigungen, in denen zum Beispiel mehrere Zebrastreifen durch fette Quermarkierungen über die Straßen bei verlangsamtem Verkehr ersetzt wurden: „Es wird künftig nicht mehr darum gehen, neue zusätzliche Straßen zu bauen.“ Wichtig seien heute auch Fragen wie die, ob das Fußwegenetz zum Entdecken einlade.

Bevor ein neuer Masterplan im Sommer 2018 politisch beschlossen werden soll, startet jetzt ein Beteiligungsprozess mit einer Konferenz der Stadtteilforen (31.5.), der ersten öffentlichen Zukunftswerkstatt im Rathaus (22.6.) sowie einer Bürgersprechstunde am 13. Juli im Technischen Rathaus.

Beim Thema Bahn gehe es um die Anbindung des Flensburger Bahnhofs an andere Verkehre, sagt Elen Helas, die als neue Verkehrsplanerin die Projektleitung für den Masterplan über nimmt.

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erstellt am 17.Mai.2017 | 05:31 Uhr

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