Flensburg Tarup : Welle der Solidarität für Bauer Knop

Mit dem harten Kern fing’s an: Bauer Knop (4.v.l.) und Mitstreiter vor dem Altenteil seines Hofes, das bald von einem Lärmschutzwall verdeckt sein wird.
Mit dem harten Kern fing’s an: Bauer Knop (4.v.l.) und Mitstreiter vor dem Altenteil seines Hofes, das bald von einem Lärmschutzwall verdeckt sein wird.

Flensburger rücken in Tarup zusammen: Bei Facebook stimmen in drei Tagen schon über 1300 Mitglieder gegen Enteignung

shz.de von
13. Februar 2018, 06:15 Uhr

Gehofft? Ja! Erwartet? Nein! Als die Bürgerhilfe um den von der Stadt enteigneten Taruper Bauern Ingo Knop und seiner Familie am Wochenende im Tageblatt und bei Facebook online ging, gab es positive Reaktionen und kein Ende. Übers Wochenende wuchs die Bürgerinitiative von Null auf über 1300 Mitglieder, mit immer noch steigender Tendenz. Im sozialen Netzwerk fanden Flensburger und Nicht-Flensburger in ihrer Empörung über den städtischen Eingriff in den Landbesitz des Bauern zueinander. Wie berichtet, will die Stadt ihre offenkundig mangelhafte Planung für den letzten Bauabschnitt der K8 (Hochfelder Straße) gewaltsam durchsetzen, indem sie Knop enteignet und das letzte Trassenstück 30 Meter vor dessen Terrasse über die Hauskoppel asphaltiert. Doch der Bauer, der die Stadt schon vor elf Jahren wissen ließ, dass er sein Land dafür nicht hergeben wird, stellt sich auf die Hinterbeine. Jetzt bekommt er Verstärkung von 1300 Sympathisanten. Darunter auch Oberbürgermeisterin Simone Lange, die aber wohl eher als Kundschafterin dabei ist. Schließlich war sie es es, die im November im Rat erfolgreich für die Enteignung warb.

Die Taruper Bürgerinitiative weiß, dass sie dieses starke Momentum jetzt nutzen muss. Gründungsmitglied Ulrich Ragotzky, Sprecher der Initiative, hat vor allem nicht damit gerechnet, dass die vielen Unterstützer so schnell zusammenkommen. Er und seine Mitstreiter wollen der Kampagne daher so schnell wie möglich Struktur geben. Dazu gehört auch, dass die Aktivitäten in Tarup sortiert werden. Die Bürgerinitiative wird in Kürze einen eigenen Internetauftritt bekommen, über den zusätzlich zu Facebook kommuniziert werden kann, kündigt Ragotzky an. Unter „buergerinitiative-Tarup.com“ ist diese Seite bereits erreichbar, aber noch im Aufbau. Der BI-Sprecher betont, dass die Bürgerinitiative eine eigenständige Bewegung ist. „Das schon länger existierende Forum Tarup ist vielen Themen des ganzen Stadtteils verpflichtet. Wir konzentrieren uns nur auf die Enteignung, Straßenbau und die damit verbundene Naturzerstörung. Unser Ziel ist es, einen Baustopp und eine neue Planung zu erreichen.“

Bis zum Wochenende will die Initiative sich organisiert haben, Planungen für öffentlichkeitswirksame Aktionen sind schon angelaufen. „Es ist etwas ganz anderes, 500 Leute demonstrativ auf die Hauskoppel zu stellen als nur elf!“ Ragotzky kann nur hoffen, dass der phänomenale Schwung der Facebook-Aktion die Aktivisten bis in die reale Welt der Dorfstraße 10 trägt. „Davon wird alles abhängen. Es ist halt einfacher, im warmen Wohnzimmer auf den Like-Button zu klicken als bei Null Grad und Nieselregen mit einem Transparent im Matsch zu stehen.“


Kontakt: Facebook: Bürgerinitiative Tarup; Solidarität mit Bauer Knop; Email: BI-Tarup.de; Webseite: buergerinitiative-Tarup.com

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