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Weltwärts : Wellblechhütten und Hühnerherzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sie trafen sich in Glücksburg: 45 Schulabsolventen arbeiteten ein Jahr in Afrika unter dem Motto „Nachhaltige Entwicklung“.

Wer an Afrika denkt, denkt an Armut und hungernde Kinder – das suggerieren die geläufigen Fernseh-Nachrichtenbilder. 45 Jugendliche wollten sich ein eigenes Bild von afrikanischen Lebensverhältnissen machen und wohnten mehr als ein Jahr im Rahmen des Projektes „weltwärts“ in verschiedenen Ländern in Afrika. Ihnen eröffnete sich eine ganz andere Welt als zunächst erwartet: sehr gepflegte und schick angezogene Afrikaner, eine wachsende Mittelklasse sowie viele offene und lebensfrohe Menschen. Um nun über ihre Erfahrungen zu reflektieren und sie miteinander auszutauschen, trafen sich die Jugendlichen bei Artefact in Glücksburg, der Entsendeorganisation des Projektes.

Die Abiturientin Marie Sprute aus Cuxhafen reiste nach Uganda. Dort sammelte die heute 20-Jährige Spenden für die Errichtung von Bienenhäusern, um Honig zu gewinnen. Honig hat heilende und konservierende Eigenschaften, die in der Medizin und in Medikamenten angewendet werden können. Neben der Einrichtung von Bienenstöcken vermittelte sie den einheimischen Bauern Informationen über heilende Pflanzen.

„Nachhaltige Entwicklung“ stand zwar an erster Stelle des sozialen Engagements, die Schulabsolventen gewannen aber auch viele Eindrücke aus dem alltäglichen Leben. Beispiele dafür sind die günstigen Motorrad-Taxen „Boda Bodas“ oder das Waschen von Wäsche mit der Hand. Aber auch die Reflexion über das eigene Land wurden zu einem wichtigen Bestandteil ihres Aufenthaltes.

„Manche Plätze sehen aus wie in Berlin. 100 Meter weiter stehen dann Häuser aus Wellblech“, beschreibt Mathis Burkhardt (21) die Stadt Bagamoyo in Tansania an der Ostküste. Dort verbrachte Mathis das Jahr und half als Assistenzlehrer an einer privaten Grundschule aus. Zu seinen stärksten Eindrücke zählen die Besuche des Marktes, denn viele Einwohner sprachen ihn an und wollten sich über kulturelle Unterschiede austauschen.

Mathis lernte auch „Kiswahili“, wie die Einheimischen ihre Landessprache Swahili nennen, und konnte sich deshalb über Themen wie die Esskultur austauschen. „Die fanden das total eklig, dass die Franzosen Frösche essen“, wunderte er sich, dabei würden sie selbst Heuschrecken verzehren. Er selbst bekam als Delikatesse Hühnerherz serviert.

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