Tarp : Welcome, Holly!

Holly McCamant im Mittelpunkt des Interesses.
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Holly McCamant im Mittelpunkt des Interesses.

In Zeiten Trumps: Eine junge Amerikanerin stellt ihre Heimat in der Alexander-Behm-Schule vor.

shz.de von
25. Januar 2018, 14:28 Uhr

Da kommt eine 19-jährige Studentin in die 10. Klasse der Alexander-Behm-Schule in den Englischunterricht, zeigt mit einer umfangreichen Präsentation auf einer modernen Lerntafel, wie Amerika tickt. Mit dabei Reporter vom Deutschlandfunk, dem NDR und – natürlich – den regionaler Zeitungen; ein aufregender Besuch für alle Schülerinnen und Schüler.

Holly McCamant kommt aus Minnesota, war ein Jahr Austauschschülerin in Dänemark und studiert nun an der Europa-Universität Flensburg den Bachelorstudiengang „European Cultes and Society“. Sie macht mit beim Programm „Europa macht Schule“ des Deutschen Akademischen Austauschdienstes. In diesem Programm gestalten Gaststudenten aus allen Ländern Europas ein Projekt in deutschen Schulklassen. Dass auch die Amerikanerin Holly McCamant bei diesem Programm mitmachen durfte, war eine Ausnahme – der jungen Studentin war es so wichtig, ihr Land in Zeiten Donald Trumps vorstellen zu dürfen, dass sie sich beim Deutschen Akademischen Austauschdienst eine Ausnahmeregelung organisiert hat. Holly McCamant wurde so eine von zehn Studenten aus acht Ländern, die sich in diesem Jahr bei „Europa macht Schule“ beteiligen.

Aufmerksam hörten die Schüler zu, wie die 19-Jährige klug und engagiert gängige Klischees über Amerika aufzeigte. Etwa dass Amerikaner nur Fast Food äßen, fett und radikal religiös seien und Waffen liebten. Einiges sei richtig, sagte Holly, anderes stimme nicht. So verhalte es sich eben mit Klischees, sie seien nicht vollständig wahr. Die Deutschen, sagte Holly, stellten ihr immer die Frage, warum ein Mann wie Trump überhaupt gewählt werden konnte. Eine erschöpfende Antwort konnte Holly, die bekennende Anhängerin von Hillary Clinton ist, auch nicht geben. Sie erklärte die Wahl mit der amerikanischen Kultur, die den Deutschen sehr fremd sei.

Die dicht gedrängten Informationen im schnellen amerikanischen Englisch waren für die Schüler der 10a schwere Kost. Englischlehrerin Kerstin Sommerfeldt, die das Projekt „Europa macht Schule“ betreut, hatte das geahnt. Aber auch, dass sie viel lernen würden – etwa, dass das Gesundheitssystem in den USA sehr teuer ist. Fragen auf Englisch zu stellen, trauten sich nur einige.

Eine US-Bürgerin im Klassenzimmer fanden sie aber doch aufregend – „welcome (to) Holly(wood)“ hatten sie an die Tür geschrieben.


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