Wohnen in Flensburg : Weiteres Wachstum: Bebauungspläne beschlossen

Kolonie Mumm’sche Koppel in Campusnähe: Die meisten Gärtner haben hier ihre Parzellen schon geräumt
Kolonie Mumm’sche Koppel in Campusnähe: Die meisten Gärtner haben hier ihre Parzellen schon geräumt

An der Osterallee und auf dem Sandberg (Mummsche Koppel) sollen zahlreiche neue Wohnungen entstehen

shz.de von
02. Dezember 2017, 09:55 Uhr

Und weiter geht’s mit dem Wohnungsbau in der wachsenden Stadt Flensburg. Im Bereich des östlichen Teils der Osterallee sollen bis zu 90 Wohnungen entstehen, überwiegend auf den Flächen, auf denen heute das Spielcenter „Sum-Sum“ und die Soccer-Arena stehen. Der Umwelt- und Planungsausschuss der Ratsversammlung beschloss jetzt, hier einen Bebauungsplan aufzustellen. Der umfasst auch das Grundstück der Lebenshilfe, das kurz vor der Fertigstellung stehende Neubauprojekt daneben und das Grundstück einer alt eingesessenen Sanitärfirma.

Planungschef Peter Schroeders verriet im Ausschuss, dass man von einer ähnlichen Baustruktur ausgehen könne wie schräg gegenüber auf dem alten Gelände von Opel Thomsen, wo aber deutlich mehr Wohnungen gebaut werden. Drei Geschosse plus Staffelgeschoss seien geplant, „in Teilen auch höher“, so Schroeders.

Man werde die Planung des privaten Investors auf ihre „städtebauliche Integrationsfähigkeit“ hin abklopfen, so Schroeders. „Wir sind sehr optimistisch, dass das geht.“ Er betonte jedoch, dass Flensburg wegen des Bevölkerungszuwachses „jede Fläche im Außenbereich angehen“ müsse. Die Quadratur des Kreises werde man allerdings nicht hinbekommen.

Während bei der Osterallee nur WiF-Ratsherr Hubert Ambrosius mit Nein stimmte, waren es bei der Mumm’schen Koppel auf dem Sandberg immerhin vier. SSW-Mann Edgar Möller und Grünen-Vertreter Stefan Thomsen begründeten ihre Ablehnung ganz unterschiedlich. Möller übte deutliche Kritik am Eigentümer der Kleingarten-Fläche. Durch Kündigung aller Gärtner habe dieser versucht, Fakten zu schaffen, ohne Baurecht zu haben. „Damit soll er nicht durchkommen.“

Ganz anders Stefan Thomsen: „Die verbleibenden Grünflächen sind begrenzt. Die können wir nicht alle zubauen. Wenn wir so weiter machen, kommt da nichts Gutes bei raus.“ Es tue im leid, dass die Kleingärtner womöglich keine Entschädigung bekommen.

Am Ende gab es doch mit 8:4 eine deutliche Mehrheit für die Aufstellung eines Bebauungsplans.

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