zur Navigation springen

Handewitt : Weitere Windräder sind unerwünscht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Landesplanung erklärt das Testgelände in Handewitt zum Windkraft-Eignungsgebiet. Die Gemeinde will weitere Anlagen jedoch unbedingt verhindern.

Nach dem Abschied des bisherigen hauptamtlichen Bürgermeisters Dr. Arthur Christiansen müssen seine ehrenamtlichen Stellvertreter Friedrich Reese (KWG) und Bruno Lorenzen (CDU) die Lücke an der Verwaltungsspitze vorübergehend füllen. Voraussichtlich bis zum 11. März, wenn der neue hauptamtliche Bürgermeister vereidigt werden soll. Friedrich Reese bat in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung darum, zu berücksichtigen, dass er wie auch Bruno Lorenzen das Ehrenamt mit dem Berufs-Alltag in Einklang bringen müssen.

Die Anforderungen an das Duo sind nicht unerheblich: Das Pensum besteht nicht nur aus dem Besuch von Feuerwehr-Versammlungen oder der jetzt erfolgten Doppel-Vereidigung der beiden neuen stellvertretenden Ortswehrführer Lars Oliver Pietzner (Weding) und Ralf Paulsen (Handewitt). Häufiger wird es auch knifflig bis frustrierend. „Wir sind manchmal den höheren Planungen hilflos ausgeliefert“, sagte Friedrich Reese in seinem Bericht.

Damit spielte er auf einen Vorgang im südwestlichen Zipfel der Gemeinde an: Außerhalb des Ortsteils Hüllerup hatte die Kommune vor längerer Zeit mit einem Zielabweichungsverfahren die Weichen für den Bau zweier riesiger Offshore-Windkraftanlagen für den Testbetrieb gestellt. Mehr sollte es aber auch nicht sein.

Die beiden Repower-Anlagen stehen immer noch nicht, doch das Land hat das betroffene Areal im Regionalplan kurzerhand zu einer Windenergie-Eignungsfläche erklärt. Plötzlich trudelten Anträge privater Betreiber für drei zusätzliche, 92 Meter hohe Anlagen ins Haus. Im Herbst versuchte die Gemeinde dagegen vorzugehen, um die Belastung der Anwohner in Grenzen zu halten. Doch nun erkannten die Kommunalpolitiker: Es hat keinen Sinn, ihre Beschlüsse wurden aufgehoben.

In Beratungen mit dem kommunalen Rechtsbeistand Dr. Wolfgang Ewer wurde schnell klar, dass die Gemeinde an die Ziele der Raumordnung gebunden ist und für das Schaffen von Wind-Tabu-Zonen „städtebaulich relevante Belange“ vorbringen müsste. Das Problem: Es fand sich nichts auf dem Areal, zumal sich die Gemeinde im Widerspruch zu den von ihr selbst genehmigten beiden riesigen Windräder bewegte. „Die Geister, die ich rief, sind nun da“, merkte Helga Knaack (Grüne) an, die zu Zeiten des Zielabweichungsverfahrens noch nicht im Gemeinderat saß, nun aber den Planungs- und Umweltausschuss leitet.

Aus der jüngsten Sitzung dieses Gremiums klangen noch die Worte von CDU-Fraktionschef Marx Plagemann nach. „Das Verfahren“, hatte er gesagt, „ist ein Hohn und Witz für die ganze Gemeinde. Jetzt kriegen wir es richtig mit dem Hammer zurück.“ Dieter Neugebauer (KWG) ergänzte: „Wir sind empört darüber, wie die Landesplanung, mit dem Willen der Gemeinde umgegangen ist.“

zur Startseite

von
erstellt am 01.Feb.2014 | 07:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen