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Grundschüler auf Zwergschwan-Safari : "Weiße Vögel mit langen Hälsen im Nebel"

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Zisch-Projekt der Grundschule Oeversee berichtet von einem Ausflug zu den Rastplätzen der Zwergschwäne im Meggerkoog.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 07:26 Uhr

Oeversee | Wir, die 4. Klasse der Grundschule Oeversee, haben kürzlich einen Ausflug zu den Rastplätzen der Zwergschwäne im Meggerkoog gemacht. Dazu eingeladen hatte uns der Verein Kuno aus Meggerdorf. Kuno ist die Abkürzung für "Kulturlandschaft nachhaltig organisieren". Vom Gut Johannisberg aus in Meggerdorf ging es mit einem Traktor und zwei Planwagen los. Wir fuhren aus dem Ort hinaus, an Wiesen vorbei. Büsche und Gräser am Wegrand waren stark bereift. Über den Wiesen lag dichter Nebel. Martina Bode und Renate Rahn vom Verein Kuno erzählten uns, dass Zwergschwäne in großen Gebieten in der Tundra Sibiriens brüten. Sie zeigten uns Bilder von der Tundra und einen ausgestopften Zwergschwan. Im Vergleich zum bekannten Höckerschwan wirkte der Zwergschwan recht klein. Wir erfuhren, dass Schwäne meist auf dem Wasser schlafen, damit sie der Fuchs nicht im Schlaf angreifen kann.

Die Fahrt dauerte nicht lange. Ganz leise stiegen wir aus. Wir hörten die Schwäne rufen - es klingt wie ein Lachen - und sahen weiße Vögel mit langen Hälsen im Nebel. Wir mussten uns ziemlich anstrengen, um mehr zu erkennen. Mit Ferngläsern und durch ein Spektiv konnten wir die schwarz-gelben Schnäbel erahnen. Einige Vögel sahen ziemlich grau aus. Das waren Jung schwäne. Auch ein paar Blässgänse waren darunter. Wir zählten etwa 200 Schwäne. Das war beeindruckend.

Ein Zwergschwan kann bis acht Kilogramm schwer werden. Er wird 115 bis 140 Zentimeter groß und kann bis zu 20 Jahre alt werden. Für die Zwergschwäne ist die Eider-Treene-Sorge-Niederung sehr wichtig: Sie fressen sich hier mit dem Gras auf den Wiesen eine Fettschicht an für ihren Weiterflug nach Sibirien. Etwa 4000 Kilometer legen sie insgesamt auf ihrer Reise dorthin zurück. Und sie können dabei ein Tempo von bis zu 62 Kilometer pro Stunde erreichen. Weltweit gibt es inzwischen nur noch etwa 16 000 Zwergschwäne. Alle brüten im nördlichen Russland. 2008 wurden im Meggerkoog über 4000 Zwergschwäne gezählt. Das zeigt die enorme Bedeutung dieser Gegend für die Zwergschwäne.

Bei unserem nächsten Halt begegneten wir etwa 250 Zwergschwänen. Auch sie waren eifrig beschäftigt mit Grasen und ließen sich von uns kaum beunruhigen. Wir kamen an einer alten Windmühle vorbei, einem Kellerholländer. Die Mühle Gisela diente früher zum Entwässern der Landschaft. Bei unserem letzten Halt konnten wir einige Schwäne aus der Nähe beobachten. Sie wirkten wie von einer Taschenlampe beleuchtet: der Nebel löste sich stellenweise auf, und die Sonne konnte bis zum Boden durchdringen. Auf der Rückfahrt nach Oeversee sahen wir vom Bus aus noch ein letztes Mal eine größere Gruppe von Zwergschwänen. Alle fanden den Ausflug toll. Die Zeit ging viel zu schnell vorüber.

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