Nach acht Jahren : Weihnachtsmarkt kehrt zurück in den Glücksburger Schlosshof

Mit Schnee, aber auch ohne bietet das Glücksburger Schloss ein stimmungsvolles Umfeld für einen Weihnachtsmarkt.
Mit Schnee, aber auch ohne bietet das Glücksburger Schloss ein stimmungsvolles Umfeld für einen Weihnachtsmarkt.

2017 bekommt Glücksburg gleich zwei Weihnachtsmärkte. Auf dem Schlossteich soll eine Schwimmkrippe treiben.

shz.de von
26. November 2017, 14:31 Uhr

Die schon oft geführte Diskussion um den Weihnachtsmarkt in Glücksburg bringt in diesem Jahr ein doppeltes Ergebnis: Es gibt zwei! Das Schloss als Veranstaltungsort wäre ideal, finden die meisten. Aber die Vereine und Verbände von Glücksburg haben Probleme mit hohen Kostenbeiträgen, die von der Stiftung erhoben werden „müssen“, wie Stiftungsleiterin Susanne Ascheron betont. „Wir können unsere Fläche niemandem kostenfrei anbieten, da allein der Hausmeister unzählige Stunden mit der Vor- und Nachbereitung sowie der Begleitung gebunden wäre zu unseren Kosten“, erklärt sie. Ein 430 Jahre altes Schloss sei nun mal keine Sporthalle.

Hohe Standgebühren und Eintrittsgelder passten aber nicht Konzept der Vereine und Verbände, sagt Oliver Möller, Vorsitzender des Stadtjugendrings und Mitglied im Weihnachtsmarkt-Komitee.

Die Weihnachtsmarkt-Frage hat eine jahrelange Vorgeschichte. 2009 hatten die Vereine und Verbände ihren letzten Weihnachtsmarkt auf dem Schlosshof abgehalten. Die Kooperation endete auf Druck von Amts wegen: Nach der Massenpanik auf der Duisburger Loveparade 2010 wurden die Sicherheitsvorkehrungen für öffentliche Veranstaltungsorte verschärft. Für den Glücksburger Schlosshof wurde ein zweiter Fluchtweg erforderlich. 2012 wurde er mit einer Fußgängerbrücke in den Schlossgarten geschaffen. Eine Wiederholung des Marktes mit den Vereinen und Verbänden hat es dennoch nicht mehr gegeben. „Wir haben nur im Foyer mit wenigen Ständen für eine weihnachtliche Stimmung gesorgt“, sagt Susanne Ascheron, Leiterin der Stiftung Schloss Glücksburg. Für größere Unternehmungen habe man schlicht keinen Veranstalter gefunden. Der Stadtjugendring-Vorsitzende Möller sieht das ein bisschen anders: „Frau Ascheron hat uns nicht ins Boot geholt.“ Zu unterschiedlich seien die Voraussetzungen und Pläne gewesen, gibt er zu.

Jetzt macht jeder seinen eigenen Weihnachtsmarkt. Der im Schlosshof und in Teilen des Schlosses soll in diesem Jahr eine nie da gewesene Dimension annehmen. 250.000 Euro werden laut „Marktmacher“ Finn Jensen investiert. Im Schlossteich wird eine Schwimmkrippe mit lebensgroßen Figuren treiben, eine „Lichtarchitektur“ und 40 schmucke, handgezimmerte Buden soll es geben. Viele Besucher von außerhalb werden erwartet, „um Bewegung in das verschlafene Nest zu bekommen“, so Jensen.

Mit ihm, dem früheren Flensburger Tourismus-Chef, der inzwischen Hotels betreibt und europaweit Weihnachtsmärkte veranstaltet, hat das Schloss nach Ascherons Ansicht endlich einen Veranstalter gefunden, der das gesamte betriebswirtschaftliche Risiko trägt. „Wir sind sehr dankbar, dass sich Finn Jensen dieser Herausforderung stellt“, sagt sie.

Die Vereine und Verbände dagegen kommen – wie bereits in den letzten Jahren – am Wochenende des dritten Advents in der Rudehalle mietfrei unter. Die örtliche Jugendfeuerwehr, drei Kindergärten, DLRG und andere bauen dort zu moderaten Standmieten ihre Stände auf. Einnahmen erhalten sie durch den Verkauf von Speisen und Getränken. Der Eintritt ist frei. 70 Aussteller, Tanz- und Musikauftritte wird es geben. Am Sonnabend, 16. Dezember, ist von 13 bis 19 Uhr geöffnet. Der Sonntag, 17. Dezember, startet um 10 Uhr mit einem deutsch-dänischen Gottesdienst und endet um 17 Uhr. „Gemütlich“ gehe es zu, so Möller. Klar – die Vereine wollten auch ein wenig Geld einnehmen für neue Projekte, aber gleichzeitig gehe es um „Klönschnack“ unter Einheimischen.

Der Weihnachtsmarkt im Schloss wird an allen vier Adventswochenenden jeweils von 10 bis 20 Uhr stattfinden. Das Motto lautet: „Märchenweihnacht auf Schloss Glücksburg“. Der Eintritt beträgt 3 Euro inklusive Schlosseintritt (der kostet sonst 8 Euro), Kinder bis 12 Jahre sind frei. Täglich finden ab 15 Uhr Märchenlesungen für Kinder und Schlossführungen für Erwachsene statt. Im Weißen Saal basteln Museumspädagoginnen mit Kindern. 3000 Weihnachtskugeln zum Selbstbekleben sind bestellt.

Zwischen den beiden Weihnachtsmärkten am 3. Advent sollen Pferdekutschen pendeln. Nicht Konkurrenz, sondern Kooperation und Ergänzung möchte man auf diese Weise erreichen, sagen Susanne Ascheron und Oliver Möller unabhängig voneinander. Man sollte die beiden Veranstaltungen „nicht in einen Topf werfen“, meint Finn Jensen.

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