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Flensburger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 03:13 Uhr

Danebrog am Baum : Weihnachten auf Dänisch

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kitsch, Kerzen und Traditionen gehören für die Familien Gosmer Sögaard und Schneider-Pungs zum Fest unbedingt dazu. Und natürlich die dänische Flagge als Baumschmuck.

shz.de von
erstellt am 25.Dez.2013 | 09:47 Uhr

Flensburg | Die Liebe zum Weihnachtsbaum hat in Deutschland und Dänemark Tradition: Schon Goethe schwärmte von einer „Tanne im Lichterglanz“, und Hans Christian Andersen widmete dem „Tannenbaum“ gar ein eigenes Märchen. Doch wie sieht er aus: Der traditionelle deutsche beziehungsweise dänische Weihnachtsbaum? Gibt es ihn überhaupt?

„Bei uns gehören echte Kerzen in den Baum, sonst ist es kein richtiger Weihnachtsbaum“, sagt Moritz Schneider-Pungs. Der zweifache Familienvater feiert den Heiligen Abend mit Gattin Julia und den Kindern Amelie und Joris in Flensburg. „Außerdem kommen noch die Omas und Opas. Die ganze Familie wird also da sein. Und ich kann mich erinnern, dass wir schon in meiner Kindheit nur echte Kerzen und nicht diese Lichterketten im Baum hatten. In unserer Familie ist das Tradition“, erzählt er. Auch sonst werde der Tannenbaum traditionell geschmückt, verrät Tochter Amelie. „Wir schmücken ihn mit Kugeln, Sternen und Engeln. Und auch ein, zwei Elche haben wir im Baum“, sagt sie. „Außerdem“, ergänzt Papa Moritz, „darf es an Weihnachten auch kitschig sein. Und daher haben wir auch Weihnachtsbaumschmuck, der ein wenig ausgefallen ist – zumindest für unseren Geschmack. Das sind zum Beispiel Anhänger, die meine Mutter von ihren Reisen mitgebracht hat. Normalerweise ist das nicht so unser Geschmack, aber im Weihnachtsbaum sehen sie toll aus.“


Naschkram in Tüten am Weihnachtsbaum

Auch bei Familie Gosmer Sögaard aus Harrislee wird der Weihnachtsbaum traditionell geschmückt. „Wie in jeder dänischen Familie hängen wir auch unsere Flagge, den Danebrog, in den Baum. Das ist quasi Pflicht für einen Dänen. Einige haben Danebrog-Girlanden, andere – so wie wir – einzelne Anhänger, die wir im Baum verteilen. Das gehört einfach dazu“, sagt Jakob Gosmer Sögaard, der vor sechs Jahren vom dänischen Struer nach Deutschland gezogen ist. „Wir halten aber an unserer Tradition, den Weihnachtsbaum zu schmücken und Weihnachten zu feiern, fest. Vielleicht sogar noch ein wenig stärker als andere – eben weil wir im Ausland wohnen“, sagt Gattin Kirsten.

Geschmückt wird der Weihnachtsbaum am Abend des 23. Dezember. „Zusammen mit unseren drei Töchtern Annika, Caroline und Mathilde hängen wir dann die Weihnachtsherzen und Kremmerhuse – kleine mit Naschkram gefüllte Tütchen – in den Baum. Und dann gibt’s natürlich auch bei uns viele bunte Kugeln, Sachen, die die Kinder gebastelt haben und natürlich auch Nisse – die dänischen Weihnachtswichtel“, erzählt Kirsten Gosmer Sögaard.

Gefeiert werde ebenfalls traditionell. „Zuerst gehen wir nachmittags in die Kirche, anschließend essen wir. Die Weihnachtsgeschenke legt der Weihnachtsmann meist schon unter den Baum, wenn wir in der Kirche sind. Erst nach dem Essen schreiten wir zur Bescherung, die mit dem Tanz um den Weihnachtsbaum eingeläutet wird. Dabei bilden alle einen Kreis um den Weihnachtsbaum, singen alte traditionelle dänische Weihnachtslieder und tanzen. Und meist kommt dann erst die richtige Weihnachtsstimmung auf. Nach sechs, sieben Liedern sind vor allem die Omas und Opas dann aber ordentlich kaputt, so dass alle froh sind, dass sie sich zur Bescherung hinsetzen können“, sagt Jakob Gosmer Sögaard lachend.

Auch bei Familie Schneider-Pungs wird vor der Bescherung gegessen. Anschließend wird der Weihnachtsmann gesucht. „Meistens ist der Weihnachtsmann aber schneller als wir. Nur einmal haben wir ihn noch erwischt. Da hat er uns dann die Geschenke persönlich gegeben“, erzählt Amelie Schneider-Pungs. Anders als in vielen anderen deutschen Familien müssen jedoch weder Amelie noch Joris Schneider-Pungs vor der Bescherung ein Gedicht aufsagen. „Nein, diesen Brauch gibt es in unserer Familie nicht. Die Kinder bekommen ihre Geschenke nacheinander, und danach gibt’s für uns Erwachsene auch noch jeweils eine Kleinigkeit. Überhaupt gibt es bei uns zu Weihnachten eher keine festen Regeln – außer, dass es echte Kerzen im Baum gibt“, sagt Moritz Schneider-Pungs mit einem Augenzwinkern.

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